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Mit dem Bewusstsein für die Atmung beginnt die Veränderung

27. Mai 2026

Geschätzte Lesedauer: 3 Minute/n

Falls Du den Text lieber hören als lesen möchtest: Ich lese ihn Dir vor!

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In meiner Wohnung hängt ein Whiteboard, das ich immer wieder dazu nutze, Gedanken und Ideen festzuhalten, um sie sichtbar vor mir zu haben, damit ich mit ihnen arbeiten kann. Ich vergleiche sie mit Samen, die gesät werden und dann irgendwann aufgehen – oder auch nicht. In der Phase meines Studiums, in der ich mich intensiv mit der Atmung beschäftigt habe, kam mir ein Satz in den Kopf, der so mit mir resoniert hat, dass ich ihn aufschreiben musste: „Mit dem Bewusstsein für die Atmung beginnt die Veränderung.“ Ich hätte damals nicht benennen können, wieso er so stark in mir wirkt. Wie weit der Gedanke wachsen würde, wusste ich damals ebenfalls noch nicht.

Der Atem ist immer da: Es geht nicht, nicht zu atmen. Er lässt sich bewusst steuern, läuft aber auch vollkommen unbewusst ab. Wenn Du nachts im Bett liegst und schläfst, sorgt Dein Körper dafür, dass Du atmest, ohne dass Du etwas dafür tust. Selbst wenn Du bewusst die Luft anhältst, übernimmt Dein Körper irgendwann wieder und sorgt dafür, dass Du atmest. Obwohl Dein Körper das alles vollkommen automatisch tut, hast Du auch die Möglichkeit, bewusst in die Atmung einzugreifen. Damit kannst Du Prozesse Deines Körpers beeinflussen, auf die Du sonst keinen willentlichen Zugriff hast. Deine Atmung bildet damit eine Schnittstelle zwischen Unbewusstem und Bewusstem.

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Sobald ich die Aufmerksamkeit auf meinen Atem lege, verändere ich ihn zwangsläufig. Meine Aufmerksamkeit holt ihn aus dem Unbewussten herauf und damit ist er eben genau das nicht mehr: unbewusst. Die unbewusste Atmung lässt sich nicht beobachten.

Anfangs bin ich genau daran bei Meditationstechniken verzweifelt, die sich der Atembeobachtung widmen. „Wie soll das bitte gehen? Den Atem einfach nur beobachten. Sobald ich ihn beobachte, verändere ich ihn doch.“ Ich hatte das Gefühl, nicht meditieren zu können. Trotzdem übte ich weiter, meinen Atem "einfach nur zu beoabchten" und investierte viel Zeit in das Üben. Ich nahm sogar an einem zehntägigen Meditationsseminar teil. Trotzdem fiel es mir weiterhin schwer, ein Gefühl für das Beobachten meiner Atmung zu entwickeln. Doch irgendwann, ganz unspektakulär und ohne „großen Knall“ kam beim Üben die Erkenntnis: Dass sich mein Atem verändert, sobald ich meine Aufmerksamkeit darauf lege, ist kein Scheitern: Es ist die Lösung!

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Bewusst auf meine Atmung zu achten, bringt mich ins Hier und Jetzt. Das ist eine Grundvoraussetzung für Veränderung. Denn ich kann nur etwas verändern, wenn ich mir bewusst bin, dass es gerade passiert. Wenn ich auch in stressigen und herausfordernden Situationen Zugriff auf meinen Atem habe, kann ich mich damit ins Hier und Jetzt holen. Das hilft bei Mustern, die so tief in mir verankert sind, dass sie ohne mein Zutun ablaufen. Manchmal sind es emotionale Reaktionen, bei denen meine Atmung mir hilft, eine Lücke zwischen Reiz und Reaktion zu schaffen. Manchmal sind es Gedankenspiralen, aus denen die Atmung mich als körperlicher Anker zurück zum Fühlen holt.

Nichts davon passiert allein dadurch, dass ich den Satz auf meinem Whiteboard rational verstanden habe. Das Bewusstsein für die Atmung ist der Beginn der Veränderung, nicht die Veränderung selbst. Bis der Atem in der stressigen Situation wirklich da ist, ohne dass ich ihn suchen muss, braucht es Übung – beständig und geduldig.

Der Samen, den ich damals gesät habe, ist aufgegangen. Aus ihm wurde eine Pflanze, an der ich mich erfreue. Wachstum lässt sich nicht beschleunigen, doch es lässt sich kultivieren. Ich gieße, ich jäte, ich bleibe dran, auch wenn gerade nichts zu wachsen scheint. Denn das tut es, unter der Oberfläche, in seinem eigenen Tempo.

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  1. Atme durch die Nase - domibility - […] Der Tipp, durch die Nase zu atmen, ist deshalb so wirkungsvoll, weil Du 20.000 bis 25.000 Atemzüge am Tag…

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