Heute, zwei Tage vor meinem großen Wettkampf in Köln, habe ich mal wieder ein Rezept für euch in petto.  Ein ganz grundlegendes sogar. Eines, das ich seit Jahren immer wieder neu erfinde, ganz leicht durch einfache Abwandlungen oder weitere Zutaten. Ihr könnt euch ja bereits denken, worum es geht – die Überschrift verrät es ja: Brot.

Brot ist, meiner Meinung nach, gerade in der heutigen Zeit, in der alles immer schnell und billig sein muss, die Backshops nur so aus dem Boden sprießen und mittlerweile jeder Discounter eine eigene Backabteilung hat, eines der am meisten unterschätzten Lebensmittel überhaupt. Brot steht für Leben und Wohlstand – nicht umsonst verschenkt man noch heute zum Einzug in eine neue Wohnung oder sogar zu Hochzeiten Brot und Salz, was den Beschenkten Wohlstand sichern soll.

Leider lässt die Qualität oft zu wünschen übrig, da viele Bäckereien mittlerweile nur noch Fertigmischungen für ihr Brot benutzen und die Angestellten nicht mal mehr wissen, welche Zutaten sich eigentlich in einem Brot befinden. Mit traditionellem Backhandwerk hat das oft nichts mehr zu tun. Und solange wir als Verbraucher nicht dazu bereit sind, für gute Qualität gutes Geld zu bezahlen, wird sich das auch nicht mehr ändern.

Für mich ist das Grund genug, mein eigenes Brot zu backen. Immer wieder – und immer anders. Ganz einfach. Wie’s geht – here we go.

Für mein Grundrezept benötigt ihr Folgendes:

  • 600g Mehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 15g Salz
  • 1 EL Essig (bspw. Himbeeressig)
  • 450ml lauwarmes Wasser

Das wars. Mehr braucht ihr nicht. Wiegt das Mehl und das Salz ab, messt das Wasser ab, verrührt die Hefe darin, bis sie sich aufgelöst habt und gebt den Essig hinzu. Dann gebt ihr die Flüssigkeit zu den trockenen Zutaten und knetet das Ganze durch, bis es einen schönen Teig ergibt. Nun deckt ihr den Teig ab und lasst ihn erstmal eine dreiviertel Stunde an einem warmen Ort (gerne auch im Backofen) gehen. Nach den 45min sollte der Teig schon gut aufgegangen sein (wenn die Teigmenge sich nicht mind. veranderthalbfacht hat, solltet ihr ihn nochmal zurückstellen und weitere 45min ziehen lassen). Dann knetet ihr den Teig erneut durch und lasst ihn nochmal 5min stehen, bevor ihr ihn in eine eingefettete Backform gebt und bei 190°C in den vorgeheizten Backofen stellt.

Nun heißt es nur noch Warten: Nach 40 – 60min ist euer eigenes Brot dann fertig, der Zahnstochertest gibt euch Gewissheit darüber, was eure Nase euch schon lange mitteilt, vom Genuss des ersten Biss‘ ganz zu schweigen. Wenn ihr wollt, könnt ihr nach 5 – 10min im Ofen noch mit dem Messer einen Schnitt an der Oberseite des Brots machen – dann ist die Gefahr geringer, dass es an der Seite aufplatzt.

Und jetzt kommen wir zu den Variationen. Das ganze fängt beim Mehl an. Folgende Mehlsorten eignen sich super für euer Brot:

  • Dinkelvollkornmehl
  • Dinkelmehl
  • Roggenvollkornmehl
  • Roggenmehl
  • Buchweizenmehl
  • Maismehl (zur Beimischung im Verhältnis 1:5, sprich auf 500g Mehl solltet ihr maximal 100g Maismehl nutzen)
  • Hanfmehl (zur Beimischung im Verhältnis 1:5)
  • Kokosmehl (zur Beimischung im Verhältnis 1:5)
  • Teffmehl (zur Beimischung im Verhältnis 1:5)
  • Kichererbsenmehl (zur Beimischung im Verhältnis 1:5)
  • Kastanienmehl (zur Beimischung im Verhältnis 1:5)

Weizenmehl benutze ich persönlich nur ungern, es ist natürlich trotzdem möglich, Weizenmehl zu nutzen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, das Brot mit jedweder Art von Körnern, Samen und Nüssen zu verfeinern.  Egal ob in zerkleinerter oder kompletter Form. Ebenso mit Gemüse – auch Karotten, getrocknete Tomaten, Oliven oder Zwiebeln machen sich super im Brot. Wenn ihr es etwas süßer mögt, bietet sich Obst an, wie beispielsweise Apfelstücke oder zerquetschte Bananen. Ihr merkt schon, eurer Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und die Möglichkeiten schier unbegrenzt – lässt eurer Kreativität freien Lauf und probiert ruhig mal etwas Neues aus.

Ich achte bei der Menge der Zugaben lediglich darauf, dass sie nicht mehr als die Hälfte der Grundlage (des Mehls) ausmacht. Wenn ich also 600g als Grundlage nutze, nehme ich maximal 300g Beigaben. Aber auch hier könnt ihr mit den Mengen spielen – das Brot gelingt eigentlich immer. Und das ist das Tolle daran.

Wir alle sollten neu lernen, unser Essen mehr zu schätzen. Eigenes Brot zu backen ist dazu ein kleiner Anfang und sogar ein sehr leckerer.

Zum Schluss meine Frage in die Runde: backt ihr eigenes Brot? Wenn ja, welche Zutaten nutzt ihr so? Wenn nein, wieso nicht? Ich freue mich auf eure Kommentare und Rückmeldungen.