2014 ist vorüber, doch die Erinnerungen daran werden noch länger erhalten bleiben. Eine Erinnerung wird sich auf jeden Fall um den 24. Dezember 2014 drehen. Heiligabend, genau. Heiligabend 2014 war anders als meine 28 Heiligabende davor. Dieser Heiligabend war sportlich – sehr sportlich. In weiser Voraussicht, was es an den Weihnachtsfeiertagen wieder alles tolles zu essen geben wird, hatte ich mich dafür entschieden, noch einen letzten Wettkampf in 2014 zu absolvieren. Und so klingelte am Heiligabend um 5:45 Uhr mein Wecker und riss mich aus dem viel zu kurzen Schlaf. Da ich einen Abend zuvor noch eine traditionsreiches Abi-Treffen wahrgenommen hatte, blieben mir lediglich vier Stunden Schlaf bis eben besagter Wecker klingelte.

Jetzt war ich froh, dass ich schon am Tag zuvor alles vorbereitet hatte, Nachdem ich meinen persönlichen Frühstücksfavoriten 2014 – gestampfte Bananen mit Haferflocken, Dinkelcrunchies und Apfel-Stückchen – noch halb schlaftrunken zu mir genommen hatte, war ich langsam wach. Der Kaffee tat sein Übriges. Wurde aber auch Zeit – schließlich waren es nur noch gute 1,5 Stunden bis zum Start. Außerdem hatte ich Katrin und Daniel von bevegt.de versprochen, sie vom Hotel abzuholen und zum Start mitzunehmen. Also schnell noch die letzten Sachen zusammengepackt und ab ging’s. Pünktlich 7:30 Uhr stand ich vorm Hotel Vincity auf dem Umweltcampus Birkenfeld und die beiden ließen auch keine zehn Sekunden auf sich warten.

Kurz darauf standen wir auf dem Parkplatz und bereiteten alles für den Start vor. Erst jetzt merkten wir, wie kalt es doch war. 3°C sind für Winter zwar nicht wirklich kalt, an diesem Morgen kam uns die Temperatur aber wirklich eisig vor. Deshalb ließen wir uns wieder im Auto nieder und quatschten noch ein bisschen über unsere Pläne für die Weihnachtstage und für Silvester, bevor wir dann 7:55 Uhr langsam Richtung Start marschierten, wo schon einige Läufer darauf warteten, endlich loszulaufen. Nachdem wir noch ein Gruppenbild gemacht und die letzten Vorbereitungen abgeschlossen hatten, startete Organisator Robert Feller auch schon mit seiner kurzen Begrüßungs- und Motivationsrede, um anschließend den Startschuss zum Bärenfels Heiligabendlauf abzugeben und die rund 100 Läuferinnen und Läufer auf die fünf Runden mit jeweils ca. 8,5km und 220 Höhenmetern zu entlassen.

Und da lief ich nun, gemeinsam mit Katrin, meinen zweiten Marathon. Die Runde führt durch ein wunderschönes Stück Natur und der herrliche Wald wurde selbst auf der fünften Runde nicht langweilig – das lag aber wahrscheinlich auch einfach daran, dass ich die ganze Zeit mit Katrin quatschen konnte und die Zeit deshalb einfach unglaublich schnell verging. Als wir schon auf der vierten Runde waren, dachte ich einmal ernsthaft, wir wären erst auf Runde drei. Wir hatten gleich zu Beginn beschlossen, „Wohlfühltempo“ zu laufen und behielten dieses Tempo auch durchgängig bei – so bestand gar nicht erst die Gefahr, dass der Mann mit dem Hammer zu Besuch kommt. Außerdem hatten wir ja auch Verpflegung dabei und es gab zwei organisierte Verpflegungsstationen auf der Strecke.

Daniel überholte uns in seiner letzten Runde, während wir noch in unserer vierten waren, und lief mit einer grandiosen Leistung nach 03:20:25h auf dem 11. Platz ins Ziel. Katrin und ich liefen nach 04:15:51h auf dem 48. und 49. Gesamtplatz ins Ziel. Mein insgesamt zweiter Marathon war ein grandioser Abschluss für das Sportjahr 2014, in dem ich wirklich viel erlebt habe. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle, die das Sportjahr mit mir geteilt und es bereichert haben!

Ich hatte versprochen, dass sich auf domibility einiges verändern wird. Damit möchte ich heute starten. Ich werde in Zukunft jeden Wettkampf, an dem ich teilnehme, nach einem einheitlichen Schema bewerten. Dabei werde ich verschiedene Kategorien bewerten und jeweils einen kurzen Text dazu schreiben. Die Bewertung erfolgt nach einem Punktesystem von 0 bis 10, wobei 0 die schlechteste und 10 die beste Punktzahl ist. Eine Übersicht mit allen Wettkämpfen findet ihr hier. Natürlich spiegeln die Bewertungen meinen subjektiven Eindruck wieder, aber genau den möchte ich euch ja vermitteln. Here we go:

  • Kategorie 1: Strecke
    Die Strecke ist wohl einer der wichtigsten Aspekte eines Wettkampfes. Beim Bärenfels Heiligabendlauf im nördlichen Saarland führt sie größtenteils über befestigte Wege aber mitten durch den Wald und, wie eben bereits erwähnt, durch eine wunderschöne Natur. Hier kann man abschalten, tief durchatmen und den Gedanken freien Lauf lassen – diese Strecke hat definitiv ihren Charme.
    Ich vergebe 8 von 10 Punkten
  • Kategorie 2: Organisation
    Die Organisation beim Bärenfels Heiligabendlauf übernimmt Robert Feller mit seiner Familie und einigen Helfern. Und ich muss sagen: dafür, dass es mein erster wirklich kleiner Lauf war (weniger als 100 Teilnehmer auf der Marathon-Distanz), war ich positiv überrascht. Die Verpflegungsstände waren gut organisiert und die Strecke war super ausgewiesen. Auch, dass bereits nach 5:45h offizieller Zielschluss ist, lässt sich an Heiligabend verkraften (außerdem wurde auch auf die Läufer gewartet, die länger brauchten). Lediglich die Abholung der Startunterlagen am Vorabend hätte etwas auffälliger sein können, da diese im Kino Neubrücke ohne Hinweis-Schild oder sonstigen Eyecatcher aufgebaut war.
    Ich vergebe 6 von 10 Punkten
  • Kategorie 3: Atmosphäre
    Die Atmosphäre unter den Läufern war sehr gut und nahezu familiär. Leider hatten es an diesem Tag nicht allzu viele Zuschauer nach Neubrücke geschafft, was jedoch aufgrund des Datums und der Witterungsbedingungen nicht wirklich überrascht. Dennoch habe ich mich auf der Strecke sehr wohlgefühlt und den tosenden Applaus nicht zwingend vermisst.
    Ich vergebe 5 von 10 Punkten
  • Kategorie 4: Preis-Leistungs-Verhältnis
    Der Marathon ist mit 33€ nicht günstig aber auch nicht teuer. Für die 33€ bekommt man eine tolle Strecke, gute Verpflegung und was Süßes im Ziel und eine freundliche, familiäre Atmosphäre.
    Ich vergebe deshalb 7 von 10 Punkten

Ich kann mir durchaus vorstellen, dieses Jahr wieder am Start zu sein.

Anbei noch unser Gruppenbild (mit Katrin und Daniel) vorm Start:

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