…I’m swimming in the rain. So könnte man, zumindest gefühlt, jedes Jahr aufs Neue singen, wenn man sich beim Triathlon Buschhütten im beheizten Freibad hechelnd Armzug um Armzug abmüht.

Ob es Tradition hat? Ja! Hat es! Auch wenn ich in Buschhütten, ähnlich wie beim Bienwald-Marathon erst zum zweiten Mal gestartet bin: es kam mir schon so vor, als ob ich bereits zur großen Familie dazugehöre. Doch fangen wir mal von Vorne an…

Da bei meinem letzten Ausritt die Schaltung meines Rennboliden etwas hakelig war, kam ich am Abend vor dem Wettkampf auf die Idee, die Schaltung noch zu optimieren. Mit YouTube-Anleitungen sollte das ja kein Problem sein – dachte ich zumindest. Bis ich soweit war, dass ich den hinteren Schaltzug komplett ruiniert hatte und mir damit lediglich der dickste Gang am Rad übrig blieb. Ich sah den Start beim Triathlon schon in weite Ferne rücken.

Nachdem ich mich ausführlich über mich selbst geärgert und deshalb viel zu kurz geschlafen hatte, trat ich dennoch die Reise nach Buschhütten an. Vor Ort machte ich mich auf die Suche nach einem Mechaniker, was sich als schwierigste Aufgabe des Tages herausstellte. Am Ende landete ich, auf Anraten einer Helferin, bei zwei älteren Herren, die beide zur Motorradcrew gehörten. Und wer hätte es gedacht: die beiden hatten es echt drauf – die fixten das, was ich in mühevoller Arbeit stundenlang zerstört hatte und dann nicht mehr reparieren konnte. Ich zollte den bärtigen Kollegen Respekt und Anerkennung – die beiden quittierten das Ganze mit einem: „Für en jood Kaltjetränk maach ma doch alles.“

Erleichtert, dass ich zumindest 12 meiner 16 Gänge normal benutzen konnte, ging es dann zum Bike Checkin und anschließend in das 24°C warme, beheizte Freibad. Das Schwimmen sollte trotz Regen der angenehmste Teil des Tages bleiben. Nach 10min für die 500m gings raus in die Wechselzone und anschließend aufs Rad. Die 13,2km lange Autobahnstrecke, die zweimal gefahren werden musste, zog sich, dank des Gegen- und Seitenwindes, quälend lange hin. Während ich mich wirklich anstrengend musste, schienen einige „Profis“ (die mich überrundeten…) an mir vorbeizufliegen. Mit einem Schnitt von knappen 30km/h konnte ich nach 52:46min vom Rad steigen, um mich dann noch auf die 5,6km lange Laufstrecke zu begeben.

Da ich das Vergnügen hatte, in der stärksten Startgruppe zu starten (die haben mich schon ganz richtig eingeschätzt), hatte ich seit dem Verlassen des Schwimmbads niemanden mehr überholt. Das wollte ich beim Laufen ändern. Aber auch hier musste ich mich den vielen Kontrahenten geschlagen geben – die fünf Laufrunden schloss ich schließlich in 22:10min ab. Immerhin in meiner Paradedisziplin konnte ich also mit einem Schnitt knapp über 4:00min/km recht gut abschließen.

Meine Gesamtleistung war alles andere als überragend, dennoch konnte ich meine Zeiten aus dem Vorjahr in allen 3 Disziplinen verbessern:

Disziplin/Jahr20132014+/- in %
Schwimmen00:13:2900:10:22-23,11%
Radfahren00:54:5500:52:46-3,92%
Laufen00:24:1100:22:10-8,34%
Gesamt1:32:351:25:18-7,87%

Mein Fazit: Mit Blick auf den Brüder Grimm Lauf, der das nächste große sportliche Event (über Pfingsten) sein wird, hat Buschhütten mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und mir gezeigt, dass noch einiges an Arbeit vor mir liegt, um diesen Etappenlauf entspannt durchzustehen. Ich bin jedoch guter Dinge, dass ich die verbleibenden 4 Wochen nutzen kann und werde Euch natürlich weiterhin davon berichten.