Nachdem der Nikolaus gestern schon in unserem Hause aktiv war und einen meiner Sportschuhe mit Süßigkeiten und Nüssen gefüllt hat, war heute nicht nur einer dieser Männer (und in diesem Fall auch Damen) in rot unterwegs, sondern sehr sehr viele davon. Diejenigen, die heute auf der Strecke waren, würden jedoch locker durch jeden Kamin passen und sicherlich nicht stecken bleiben.

Die Rede ist von den Teilnehmern des 18. Kölner Nikolauslaufs, der jedes Jahr aufs Neue von der Leichtathletikabteilung der Sporthochschule Köln organisiert wird. Dabei haben die Läufer die Möglichkeit, zwischen dem TopRun und dem FunRun auszuwählen. Während der TopRun die Teilnehmer dazu „zwingt“ 10km in unter 50min zurückzulegen, steht es beim FunRun jedem offen, ob er eine, zwei oder drei Runden und somit 3,4km, 6,7km oder 10km laufen möchte. Beim FunRun spielt die Zeit nur eine nebensächliche Rolle.

Da es mir schwerfällt, einen „Wettkampf“ zu laufen, bei dem ich einfach nur so mitlaufe (sch*** Ehrgeiz), fiel meine Wahl auf den TopRun. Das war jedoch nicht der einzige Grund: an Heiligabend möchte ich noch einen Marathon laufen und der Nikolauslauf sollte mein letzter Formtest sein. Auch wenn ein 10km Lauf sicherlich keinen direkten Rückschluss auf den Marathon zulässt, so war mir dennoch bewusst, dass ein Marathon in entspanntem Tempo durchaus drin ist, wenn ich die 10km anständig durchziehen würde.  Aber Achtung: bitte fühlt euch jetzt nicht von mir dazu angestiftet, bei einem Marathon mitzumachen, nur weil ihr die 10km problemlos durchlaufen könnt. Ein bisschen mehr Erfahrung solltet ihr auf jeden Fall mitbringen!

Nachdem ich um 7:45 Uhr gemeinsam mit meiner Freundin gefrühstückt hatte, wollte ich noch die Konfiguration des Weihnachtsgeschenks für meine Eltern abschließen – dabei habe ich es quasi „zerstört“. Da mich solche technischen Herausforderungen immer zu Höchstleistungen im Problemelösen antreiben, verbrachte ich die nächsten 1 1/2 Stunden vor einem Laptop, der einfach nicht mehr anspringen wollte. Als ich dann auf die Uhr schaute wurde ich doch etwas nervös – es waren nur noch 25min bis zum Start des Laufes, ich musste mich noch umziehen und 3,5km per pedes zum Start zurücklegen. Aber ein bisschen hetzen gehört wohl bei der Familie Albrech immer dazu (siehe Bericht zum Pfalztrail).

Dennoch stand ich pünktlich 3min vor 10 an der Startlinie. Und dann ging es auch schon los: das Feld zog sich sehr schnell auseinander und anfangs hatte ich noch die Möglichkeit, viele Läufer zu überholen. Nach den ersten 2 bis 3 Kilometern hatte sich dann jedoch jeder der Teilnehmer des TopRuns so langsam auf sein eigenes Tempo eingependelt – auch ich. Um mein Ziel, unter 40min zu bleiben, zu erreichen, war ich gut unterwegs.

Die ersten Kilometer vergingen – wie immer – wie im Flug. Erst nach zwei Runden, also 6,7km, merkte ich, dass ich ziemlich schnell unterwegs war. Gott sei Dank hatte ich ab Kilometer 3 in Dr. Jürgen Fritsch, bei dem ich Anfang des Jahres meine Leistungsdiagnostik absolviert hatte, einen persönlichen „Pacemaker“ gefunden, an den ich mich ranhängen konnte und dessen Schatten ich bis Kilometer 8,5 war. Danach gab er nochmal richtig Gas und ich musste ihn ziehen lassen. Ich zog jedoch die letzten 1,5km weiter durch und legte zum Schluss, unter dem Beifall der ca. 250 – 300 Zuschauer, noch einen kurzen Sprint hin, um dann in einer Zeit von 39min und 33sek ziemlich erschöpft aber überglücklich im Ziel anzukommen. Die Zeit reichte für Gesamtplatz 32 und den 11. Platz in der Altersklasse, womit ich mehr als zufrieden bin.

Meine Garmin-Uhr fand es irgendwie nicht so toll, dass ich so schnell gelaufen bin – neben den 71 Stunden Regenerationszeit, die sie mir empfohlen hat, bewertete sie den Trainingseffekt dieser Einheit  mit 5,0. Dabei steht 1,0 für einen geringen Trainingseffekt, 2,0 für einen erhaltenden Effekt, 3,0 für ein verbesserndes Training, 4,0 für ein stark verbesserndes Training und 5,0 für einen überlastendes Training. Aus diesem Grund habe ich mir dann auch erstmal ein gutes Essen, ein Ründchen Schlaf und ein Stückchen Kuchen gegönnt. So kann der Nikolaustag jedes Jahr ablaufen.

Der Wettkampf war super organisiert, für die winterlichen Temperaturen waren erstaunlich viele Zuschauer da, die sehr gute Stimmung verbreitet haben und für eine Startgebühr von 15€ hätte ich nicht mit einer so guten Verpflegung im Ziel gerechnet. Außerdem wurde von den Startgebühren jedes Teilnehmers noch 1€ gespendet. Trug der Teilnehmer eine Nikolausmütze, legten die Veranstalter nochmal 50 Cent obendrauf – das ist wirklich toll!

Anbei noch ein paar aufschlussreiche Daten von meiner Uhr (die mit 9,94km ziemlich genau gemessen hat; die vertikale Bewegung wird in cm angegeben, die Bodenkontaktzeit in ms):

kmZeit Gesamtzeit Ø Pace Ø HF Ø Schrittfrequenz Ø vertikale Bewegung Ø Bodenkontaktzeit
13:55 3:55 3:55 1581928,5210
23:50 7:45 3:50 1651908,5215
34:02 11:47 4:02 1661888,7215
43:57 15:44 3:57 1691868,8214
53:58 19:42 3:58 1701849,1214
64:02 23:44 4:02 1721829,2214
74:02 27:46 4:02 1741849,2214
84:00 31:46 4:00 1761829,3215
93:58 35:44 3:58 1771829,3213
9,943:4839:32 4:04 1791809,6208
Gesamt39:3539:353:591711849213

Und anbei noch der Link zur Ergebnisliste und meiner Urkunde:
Ergebnisliste
Urkunde

Wie habt ihr den Nikolaus-Sonntag so verbracht?