Überschreitet ein Läufer den Punkt, an dem er sich nicht mehr zu jedem einzelnen Training aufraffen muss und das Laufen in Fleisch und Blut übergegangen ist, läuft er auch Gefahr, schnell in der Monotonie des Laufens seine neue Komfortzone zu finden. Diese hat er einst verlassen, als er vom Couch-Potatoe zum Läufer wurde. Da der Mensch jedoch ein Gewohnheitstier ist, findet er sich schnell in einer neuen Komfortzone wieder.
Es ist wichtig, diese Komfortzone immer mal wieder zu verlassen. Das war auch eines meiner Ziele bei der Anmeldung zum Nordicfit-Seminar mit dem Namen „Lauf-Kombi“. Zu dieser Kombi gehört die Ausbildung zum „Lauf Basic Instructor“ und zum „Lauf Instructor“. Während es beim Basic Kurs vor allem darum geht, mit Laufgruppen zu arbeiten, dreht sich beim Instructor Kurs alles um das Einzelsetting, also um die Betreuung einer Einzelperson – vom Erstgespräch, über eine Technikanalyse bis hin zur Trainingsplanung. Ganz nebenbei gibt’s viele Tipps für das eigene Training und den eigenen Laufstil und die Möglichkeit, Gleichgesinnte kennenzulernen.

Am Samstag (15.11.) ging es also mit dem Basic Kurs los. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde startete unser Coach Dr. Harald „Hari“ Eglauer mit dem ersten Theorieblock, in welchem vor allem die Geschichte des Laufens und die richtige Ausrüstung behandelt wurden. Um die Praxis nicht zu kurz kommen zu lassen, ging es nach den ersten theoretischen Grundlagen an die frische Luft. Hier spielten wir ein typisches Vorstellungs- und Aufwärmprogramm durch, wie man es mit Laufgruppen sehr gut absolvieren kann. Danach liefen wir locker in der Gruppe und führten ein paar Übungen des Lauf-ABCs durch.

Im Anschluss daran wurde die erste Gruppenübung absolviert. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf und planten jeweils für eine spezifische Zielgruppe eine Gruppenlaufeinheit. Eine Gruppe beschäftigte sich mit der Einheit für eine Anfänger- und Übergewichtigenlaufgruppe, die zweite – meine Gruppe – sollte sich ein Programm für eine fortgeschrittene Laufgruppe ausdenken. Das war gar nicht so einfach. Von der Begrüßung bis zum Abschied muss doch an so einiges gedacht werden. Um das ganze aber nicht nur in der Theorie zu planen, sondern auch wirklich mal „live“ zu erleben und zu fühlen, durfte danach jeder die Gruppe anleiten und sein Training (natürlich zeitlich stark gekürzt) durchführen.

Nach dem Mittagessen kümmerten wir uns um den nächsten Theorieblock und damit um eine gute Technik. Dabei gibt es natürlich verschiedenste Sachen zu beachten – neben dem Fußaufsatz, der Hüftstreckung und der Armbeugung und -bewegung natürlich auch die Beinachse und die Bewegung in Schulter und Rumpf. Hier gibt es sicherlich bei jedem noch die ein oder andere Dysbalance oder schlechte Angewohnheit, die korrigiert werden kann. Um das ganze Thema „Technik“ etwas praxisnäher zu erleben, haben wir deshalb im Anschluss an den Theorieblock eine Videoanalyse von jedem einzelnen Teilnehmer gemacht – so konnte jeder auch sein Auge schulen.

Im darauf folgenden letzten Theorieblock ging es dann zum einen darum, wie man die technischen Schwächen, die in der Videoanalyse aufgedeckt wurden, ausmerzen kann und zum anderen darum, eine Stunde mit einer Laufgruppe en détail zu planen.

Dieser „Basic Instructor“ Kurs hat sehr viel Spaß gemacht, jedoch auch Lust auf viel mehr. Ich kann den Kurs wirklich jedem, der am Laufen Interesse hat, empfehlen. Neben dem, wie man mit anderen Menschen beim Laufen interagieren und diese anleiten kann, habe ich auch sehr viel für mich persönlich und mein Laufen mitgenommen. Was genau, erfahrt ihr im nächsten Artikel, wenn es heißt: herzlich Willkommen beim Instructor Kurs!

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Trainerausbildungen / Laufseminaren / anderen Events gemacht?