Heute dürft ihr live dabei sein bei meiner Premiere. Diese Premiere ist gar nicht so einfach, denn als Nicht-Philosoph etwas Philosophisches zu schreiben, ist nicht ohne. Natürlich sind wir alle in unserem tiefsten Inneren philosophisch veranlagt, weshalb es letztlich auch nicht verwunderlich ist, dass immer wieder Videos und Texte im Netz „gehyped“ werden, die ein philosophisches Thema aufgreifen.

Dabei denke ich jetzt vor allem an Julia Engelmann, die beim Bielefelder Hörsaal-Slam fünf Minuten lang an uns appelliert, endlich unser Leben zu leben und es nicht zu verschwenden. Aktuell bahnt sich die Geschichte des jungen Berliners Valerian Arsène Verny seinen Weg durchs Netz. Valerian ging leider am Ende einen Schritt zu weit mit seiner Freiheit und starb dabei. Dennoch scheint uns seine Geschichte zu faszinieren. Doch woran liegt das?

Ich glaube es liegt daran, dass uns in der westlichen Welt heute eigentlich alle Türen und Tore offen stehen, wir aber nur die wenigsten Möglichkeiten wirklich nutzen. Wir werden von klein auf zu Leistung und „erfolgreich sein“ erzogen. Die Definition von Leistung ist dabei leider viel zu oft, einfach nur besser zu sein als andere, erfolgreich ist vor allem derjenige, der viel Geld verdient und sich alles leisten kann. Doch seien wir ehrlich – wollen wir uns über sowas definieren?

Die meisten werden jetzt vorm Bildschirm sitzen und den Kopf schütteln – und dennoch erfüllen die meisten, wie auch ich, diese Konventionen und arbeiten jeden Tag stundenlang in einem Job, der uns nicht zu 100% erfüllt. Immer mehr Menschen stellen sich dabei die Sinnfrage und der Spaß bleibt (gefühlt) oft auf der Strecke. Und dabei ist doch gerade er es, der das Leben lebenswert macht. Weil wir aber in unserer Komfortzone unterwegs sind und uns nicht trauen, aus den uns von der Gesellschaft auferlegten Konventionen auszubrechen, bewundern wir eben Menschen wie Julia oder Valerian, deren Geschichten an uns appellieren, endlich das zu tun, was wir wirklich wollen statt das zu tun, was andere von uns erwarten.

Das Leben ist viel zu kurz, um täglich viele Stunden mit etwas zu verbringen, hinter dem man nicht zu 100% steht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in der Hälfte der Arbeitszeit genauso produktiv sein könnten, wenn wir alle etwas tun würden, was wir lieben. Dann hätten wir auch wieder Zeit für Familie, Freunde, die Natur und viele weitere schöne Dinge, die sich jedem einzelnen von uns täglich bieten, die wir aber nur viel zu selten aktiv wahrnehmen und nutzen. Nur diejenigen, die das tun, was sie lieben und nicht das, worin es die besten Jobaussichten oder die besten Verdienstmöglichkeiten gibt, werden es zu Exzellenz in ihrem Bereich schaffen und damit auch für die Zukunft sehr gut gerüstet sein.

Deshalb auch mein Appell an euch alle:

  1. Jeder Tag, an dem ihr nicht das tut, was ihr liebt, ist ein verschwendeter Tag
  2. Ihr seid nie zu alt, um euer Leben zum Positiven zu ändern
  3. Lasst euch von Niemandem sagen, dass ihr etwas nicht könnt
  4. Nutzt die (sowieso schon viel zu kurze) Lebenszeit
  5. Es ist egal, was andere denken, solange ihr wisst, dass ihr das Richtige tut
  6. Für die letzten Zweifler noch einmal: Geld ist nicht alles

Ich glaube, wir alle können das tun, was wir lieben – die einen brauchen ein wenig länger, um ihre Berufung zu finden, die anderen finden sie direkt. Aber ich bin mir sicher, dass die Suche sich lohnt, auch wenn sie etwas länger dauert. Ich verstehe jeden sehr gut, der noch auf der Suche ist…

Erkennt ihr euch in dem Text wieder? Oder tut ihr aktuell schon das, was ihr liebt? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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