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		<title>Brief 2: Wieder auf dem Weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2026 14:58:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Wandern & Jakobsweg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Elf Jahre nach meinem Aufbruch auf den Jakobsweg habe ich zum Jubiläum einen Brief an mein 29-jähriges Ich geschrieben. Im ersten Teil ging es um den ersten Schritt, die aufkommende Einsamkeit und den Moment, in dem ich aufgehört habe, vor diesem Gefühl davonzulaufen. Gerade liest Du den zweiten Teil. Dieser handelt von einem schweren Verlust [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Elf Jahre nach meinem Aufbruch auf den Jakobsweg habe ich zum Jubiläum einen Brief an mein 29-jähriges Ich geschrieben. <a href="https://domibility.de/der-erste-von-fuenf-millionen-schritten/" data-type="post" data-id="6359">Im ersten Teil</a> ging es um den ersten Schritt, die aufkommende Einsamkeit und den Moment, in dem ich aufgehört habe, vor diesem Gefühl davonzulaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade liest Du den zweiten Teil. Dieser handelt von einem schweren Verlust und einer Begegnung, die mir tiefe Verbundenheit schenkte.</p>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-4 wp-block-paragraph" style="color:#4977b5">***</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber Dominik,</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du hattest es geschafft, das Gefühl der Einsamkeit da sein zu lassen. Am nächsten Morgen gingst Du weiter. Du spürtest keine große Veränderung, Du fühltest Dich nicht triumphal, weil Du dieses Tal durchschritten hattest und vom Wegesrand aufgestanden warst. Täler und Berge schienen zum Weg dazuzugehören. Du warst gerade auf dem Anstieg eines Berges. Die Sonne strahlte von oben, Schweiß rann über Deine Stirn. Du freutest Dich über die körperliche Anstrengung und sangst gut gelaunt bei einem Lied von Hannes Wittmer mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachricht von Bens Motorrad-Unfall traf Dich eiskalt. Du warst irritiert von der unbekannten Nummer, die Dich anrief. Während Du normalerweise unbekannte Nummern ignoriertest, verleitete Dich irgendein Gefühl in Dir dazu, ranzugehen: „Hallo, hier ist Bens Schwester. Du kennst mich nicht. Wir haben Deine Nummer in Bens Kontakten gefunden. Er ist tödlich mit dem Motorrad verunglückt. Er mochte euch sehr, deshalb wollte ich Dir Bescheid geben.“ Stille. Stillstand. Du konntest weder reden noch Dich weiter den Berg hochkämpfen. Dir rannen Tränen die Wangen hinab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr kanntet euch noch nicht lange, Ben hatte Dir durch die Sporteignungsprüfung geholfen, ihr wolltet zusammen studieren. Nun standest Du allein da, weinend, in tiefer Trauer über den Tod Deines Freundes. Du fühltest Dich betrogen. Es fühlte sich ungerecht an. „Wieso Ben?“ Wie lange Du da standest, kann ich heute nicht mehr sagen. Vor Dir auf dem Weg lag ein Stein, der Deine Aufmerksamkeit auf sich zog. Du hobst den Stein auf, spürtest seine glatte Struktur. Er war angenehm kühl und fühlte sich geschmeidig an. Du stecktest ihn in Deine Hosentasche und entschiedst, ihn als Zeichen Deiner Verbindung für Deinen Freund bis ans Ende der Welt zu tragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du gingst weiter, mal wieder. Der Himmel, der zuvor noch strahlend blau war, verfärbte sich tiefgrau. Die Sonne verschwand hinter festen Wolken, in der Ferne machte sich ein Gewitter breit. Du gingst weiter. Die Blitze schossen durch den Himmel und schienen fast zum Greifen nah. Der Regen erwischte Dich mit voller Kraft, auch Deine Regenkleidung half nicht. Klatschnass bis auf die Unterhose und aus allen Poren triefend kamst Du an der Unterkunft an. Nach dem Standardprogramm duschen, waschen, kochen, essen setztest Du Dich im Kerzenschein an den Tisch und schriebst einen Abschiedsbrief an Ben. Diesen wolltest Du, zusammen mit dem Stein, bis nach Finisterre tragen, um beides dort den ewigen Wellen des Ozeans zu übergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Trauer begleitete Dich auch in den nächsten Tagen. Immer wieder überkam sie Dich ganz unvermittelt und brach in Form von Tränen aus Dir heraus. Weinen war schon immer etwas, was Du nicht zurückhalten konntest. Wenn Du hörtest, Du seist „zu nah am Wasser“ gebaut, hattest Du Dir oft gewünscht, Deine Tränen kontrollieren, sie zurückhalten zu können. Doch das war Dir nicht möglich. Heute sehe ich, dass das Weinen mir immer wieder hilft, meiner Trauer oder anderen starken Gefühlen Raum zu geben, ihnen Ausdruck zu verleihen; ich erkenne es als Superkraft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deiner Trauer, Deinem Weinen steckte schon immer ganz viel Sanftmut Dir selbst gegenüber. So warst Du auch am Tag nach dieser Nachricht sehr sanft zu Dir, obwohl die kurze Strecke nach Dijon Dir endlos erschien und das Gehen sich schwer anfühlte mit der Last des Verlustes auf Deinen Schultern. Du hattest in Dijon einen Pausentag eingeplant. Das gab Dir die Möglichkeit, Dich gut um Dich zu kümmern, frisches Essen zu kaufen und ausführlich zu kochen. Du genosst die Pause in Dijon, dieses Ausbrechen aus der neuen Routine. Morgens im Bett liegen bleiben. Mal nicht packen, sondern die Sachen einfach im Zimmer liegen lassen. Ohne Gepäck durch die Gassen schlendern, das Leben einer geschäftigen Stadt aufsaugen und so der Nachricht vom Tod entkommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du verließt Dijon an einem Sonntag. Auf dem Weg aus der Stadt hinaus, kamst Du an einer Kirche vorbei. Sie zog sich in Dich hinein; Kirchen kanntest Du aus Deiner Kindheit und Jugend. So ambivalent die Gefühle der Institution gegenüber auch waren, so vertraut warst Du mit den Gebäuden: mit ihren dicken Mauern, ihren hohen Decken, dem gedämpften Licht und der Stille, die hier so unüberhörbar laut ist. Du zündetest eine Kerze für Ben an und setztest Dich in eine der leeren Reihen. Du richtetest noch ein paar Worte an ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gingst Du weiter. Schritt für Schritt. Du spürtest das Gefühl der Einsamkeit wieder, es vermischte sich mit Deiner Trauer. In den Phasen, in denen Dir die Stille unerträglich schien, half Dir die Musik. Patrice war ein ständiger Begleiter auf Deinen Kopfhörern, sein „Venusia“ berührte etwas in Dir, was Du nicht auf rationaler Ebene verstehen konntest. Dennoch sprach er Dir mit seinem Text aus der Seele und löste regelmäßig eine Gänsehaut in Dir aus:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Once you're ready to die, you'll live forever<br />Once you're ready to cry, you're truly alive<br />And this life is not about being clever<br />It's about making the love of your life“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Patrice - Venusia)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Du weintest und gingst weiter. In Dir bewegte sich viel – und Du bewegtest Dich viel: Du legtest 140 Kilometer in drei Tagen zurück und hast Deine Trauer als Motor genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Du Dich an diesem Tag Deinem Ziel Cluny nähertest, waren die schmalen Gassen in das warme Gelb der Abendsonne gehüllt. Nach dem standardmäßigen Abendeinkauf kehrtest Du im Cluny Séjour ein; an diesem Abend hattest Du ein 6er Zimmer für Dich allein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Morgen fiel Dir schon beim Frühstück ein anderer Pilger auf. Du fühltest Dich sofort mit ihm verbunden. Dennoch trautest Du Dich nicht, diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen und ihn anzusprechen. Also weiter in der gewohnten Routine: frühstücken, Rucksack packen, losgehen. Schon beim Losgehen merktest Du, dass Du Dich selbst dafür geißelst, dass Du die Person beim Frühstück nicht angesprochen hast. Während Dein innerer Richter Dir deswegen noch Vorwürfe machte, beschleunigtest Du Deinen Schritt. Es könnte ja sein, dass Du den anderen Pilger einholst und doch noch die Chance hättest, mit ihm zu sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du gingst eine Steigung hoch und ähnlich wie bei den Schiffen am Horizont erschloss sich mit jedem Schritt ein Körperteil mehr in der Ferne. Erst der Kopf, dann der Rucksack, dann die Beine. Du warst schnell genug, um ihn einzuholen und schon ganz nah. Du spürtest, wie Dein Herz schneller schlug. Deine Hände wurden feucht. Du atmetest noch einmal durch. Mit einem kurzen „Hi“ schlosst Du zu ihm auf. Da war er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hi, I’m Michael“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Hi, I’m Dominik, nice to meet you.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Du sprichst deutsch, oder?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja, schön nach so langer Zeit einen anderen Pilger zu treffen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du hattest Dich getraut, nun warst Du mittendrin. Die Verbindung, die Du schon im Frühstücksraum gespürt hattest, wurde nun real: Ihr verstandet euch von der ersten Sekunde an, wart auf einer Wellenlänge. Michael war auch von zu Hause gestartet und hatte schon eine lange, einsame Strecke hinter sich. Die Abwechslung dieser Begegnung kam euch beiden gelegen. Du spürtest, dass diese Begegnung auf Gegenseitigkeit beruhte. Das machte es Dir leichter, Dich zu öffnen und gleich in die Themen einzusteigen, die Dich wirklich beschäftigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael hatte viel Verständnis für Deinen Jobausstieg. Er war die erste fremde Person, mit der Du über Deine Herausforderungen in romantischen Beziehungen gesprochen hattest. Viele weitere Themen verbanden euch und zum ersten Mal in Deinem Leben nahmst Du bewusst wahr: Du bist nicht alleine mit Deinen Herausforderungen. Michaels Spruch „Die Mischung macht’s!“ begleitete Dich noch lange auf Deinem Weg. Er berührte viel in Dir, schließlich schwanktest Du häufig zwischen ganz oder gar nicht, zwischen null oder eins.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kilometer verflogen in euren Gesprächen und ihr wart euch schnell einig, dass ihr in der gleichen Unterkunft übernachten würdet. Eure Abläufe verschmolzen zu einem gemeinschaftlichen: tausende Schritte machen, währenddessen reden, Pause, tausende Schritte machen, währenddessen reden, Pause, tausende Schritte machen, währenddessen reden, in der Unterkunft ankommen, sich bekochen lassen, währenddessen reden, essen und den Abend gemeinsam ausklingen lassen. Als Du an diesem Abend ins Bett gingst, spürtest Du eine Zufriedenheit, eine Fülle, die Du lange nicht mehr gespürt hattest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der nächste Tag verflog in eurem Austausch. Michael passte seine Strecke für Dich an und legte mit Dir eine längere Strecke zurück, als er es für diesen Tag geplant hatte. Eure Verbindung war stark, eure Gespräche befriedigend, sie füllten Dich auf. Als ihr am Abend an der Unterkunft ankamt, hatte der kleine Laden in Le-Cergne bereits geschlossen, in dem ihr noch etwas zu trinken kaufen wolltet. Die Vermieterin eurer Unterkunft fuhr extra nochmal zu euch, um euch mit Wasser und zwei Bieren zu versorgen. So ließt ihr den Tag entspannt auf einer Veranda mit selbstgekochtem Essen und einem Prost auf den Weg ausklingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der nächste Tag startete sonnig und führte euch durch einen schattenspendenden Wald, in dem Douglasien einen intensiven, zitrusartigen Geruch verbreiteten. Die kurze Strecke nach Charlieu kam Michaels schmerzender Wade gelegen. In Charlieu warst Du mit Freund*innen aus dem Saarland verabredet, die sich auf dem Weg in ihren Sommerurlaub befanden. Ihr wartetet in Charlieu in einem Café auf Deine Freunde und versuchtet eine gemeinsame Unterkunft für diesen Tag in Charlieu zu finden, doch das gestaltete sich schwierig: Es gab nur noch ein freies Bett vor Ort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deine Freunde kamen an und ihr begrüßtet euch mit der Wärme der jahrelangen Vertrautheit, auch wenn ihr gerade weniger Kontakt hattet. Und während ihr euch über die alten Zeiten und die neuen Pläne unterhieltet, konntest Du in Michaels Gesicht einen Ansatz von Verzweiflung erkennen; er starrte auf sein Handy und suchte nach Unterkünften. Doch es war nichts zu finden und für ihn war weitergehen an diesem Tag keine Option.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem sich Deine Freund*innen verabschiedet hatten, um sich auf den weiteren Weg in den Urlaub zu machen, warst Du mit Michael allein. Die Gewissheit, dass ihr euch an dieser Stelle des Weges trennen würdet, machte euch beide traurig. Ihr trankt zum Abschluss noch einen Kaffee und ließt die letzten beiden Tage Revue passieren; es fühlte sich an, als würdet ihr euch schon jahrelang kennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Moment des Abschieds fiel euch beiden schwer, ihr zögertet ihn hinaus, gingt nochmal zusammen in den Supermarkt, genosst noch ein wenig die Anwesenheit des anderen, um dann das Unvermeidliche zu machen: euch zum Abschied ein letztes Mal zu umarmen. In dieser Umarmung steckte die Freude über die gemeinsamen Tage und die Trauer darüber, dass keine weiteren folgen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann gingst Du weiter. Wie groß Deine Trauer war, merktest Du erst, als Du wieder allein warst und die Tränen aus Dir herausbrachen. Gleichzeitig gingst Du mit leichtem Schritt und legtest die restlichen zehn Kilometer bis zur nächsten Ortschaft schnell zurück: Du warst wieder auf Deinem Weg.</p>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-5 wp-block-paragraph" style="color:#4977b5">***</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-style-default"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1200" height="675" src="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/08/2015-08-13-DerHimmelZiehtSichZu.jpg" alt="" class="wp-image-6422" title="Am Brunnen, kurz nach dem Tiefpunkt." srcset="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/08/2015-08-13-DerHimmelZiehtSichZu.jpg 1200w, https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/08/2015-08-13-DerHimmelZiehtSichZu-980x551.jpg 980w, https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/08/2015-08-13-DerHimmelZiehtSichZu-480x270.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1200px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Himmel färbt sich tiefgrau.</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-6 wp-block-paragraph" style="color:#4977b5">***</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich heute an Ben denke, spüre ich ein warmes Gefühl, eine Dankbarkeit dafür, dass ich ihn kennenlernen durfte. Die Trauer ist noch da, doch sie ist leiser geworden. Beim Gedanken an Michael spüre ich große Freude, wir haben immer noch Kontakt. Die Freude steht für alle Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet und ihn für immer verändert haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gibt es einen Menschen, dem Du auf Deinem Weg begegnet bist und der etwas in Dir verändert hat? Ich freue mich, wenn Du es mit mir in den Kommentaren oder <a href="mailto:&#104;al&#108;&#111;&#64;&#100;om&#105;bi&#108;&#105;ty&#46;de">persönlich per Mail</a> teilst. Die weiteren Teile des Briefes folgen in Kürze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Text ist zuerst in meinem Newsletter „Brief von Dom" erschienen. Wenn Du möchtest, dass ich solche Briefe künftig direkt in Dein Postfach schicke, kannst Du ihn hier abonnieren.</p>
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		<title>Brief 1: Der erste von fünf Millionen Schritten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2026 09:36:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Wandern & Jakobsweg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 17. Juli 2015 bin ich den ersten von knapp fünf Millionen Schritten meines Jakobswegs gegangen. Meine Reise hat mich in 88 Tagen über mehr als 3.000 km von Köln nach Santiago de Compostela (und weiter bis Finisterre) geführt. Zum Jubiläum habe ich elf Jahre später einen Brief an mein 29-jähriges Ich geschrieben. Dies ist [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://domibility.de/brief1-der-erste-von-fuenf-millionen-schritten/">Brief 1: Der erste von fünf Millionen Schritten</a> erschien zuerst auf <a href="https://domibility.de">domibility</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Am 17. Juli 2015 bin ich den ersten von knapp fünf Millionen Schritten meines Jakobswegs gegangen. Meine Reise hat mich in 88 Tagen über mehr als 3.000 km von Köln nach Santiago de Compostela (und weiter bis Finisterre) geführt. Zum Jubiläum habe ich elf Jahre später einen Brief an mein 29-jähriges Ich geschrieben. Dies ist der erste Teil.</p>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-10 wp-block-paragraph" style="color:#4977b5">***</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lieber Dominik,</p>



<p class="wp-block-paragraph">heute vor elf Jahren hast Du Dich auf den Weg gemacht. Du warst wild entschlossen, die über 3.000 km lange Strecke von Köln nach Santiago de Compostela zu erwandern. Mit diesem Willen hast Du am 17. Juli 2015 den ersten Schritt vor Deine Haustür gesetzt und es sollten ein paar Millionen folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die geplanten 100 Tage waren ein Ausbrechen aus Deinem alten Leben. Du wolltest fliehen aus einem Leben, das Dir zwar die finanzielle Absicherung bieten konnte, die Du aus Deiner Familie nicht kanntest, das Dich aber ansonsten unglücklich zurück ließ. Du hattest schon lange nicht mehr gebrannt für Deine Arbeit. Mit der Zeit wurde das Bedürfnis zu kündigen immer stärker, bis Du es nicht mehr ignorieren konntest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du hattest während Deiner letzten Arbeitswochen Deine Route minutiös vorbereitet, am ultraleichten Equipment gefeilt und letztlich doch vergessen, Deine Laufschuhe auch beim Wandern auszuprobieren. Dann, knapp drei Wochen nach Deinem letzten Arbeitstag war der große Tag gekommen. Ich bewundere Dich für den Mut und die fast schon naive Leichtigkeit, mit denen Du Dich auf den Weg gemacht und einfach einen Fuß vor den anderen gesetzt hast. Immer und immer wieder. Genauso repetitiv wie das Gehen selbst kam vom ersten Tag an eine Frage immer und immer wieder in Deinen Kopf: „Was tue ich hier eigentlich?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Frage mit dem nötigen Abstand zu beantworten, wurde schon am dritten Tag richtig schwer. Die Blasen an Deinen Füßen wurden immer größer und schmerzten bei jedem der 50.000 Schritte. Mit den Blasen und den ersten Widrigkeiten kamen auch die ersten Gedanken ans Aufgeben. Als Du abends mit Deinen Eltern telefoniertest, lachte Dein Vater über Dein „Jammern“ so früh auf der Reise; das hat Dich nur noch mehr angespornt und wir beide wissen: Wirklich aufgeben wolltest Du auf Deiner ganzen Reise nur einmal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit jedem Schritt hast Du Dich ein Stückchen weiter von Deinem gewohnten Alltag entfernt und an seine Stelle ist etwas Neues getreten: Frühstücken, Rucksack packen, tausende Schritte machen, Pause, tausende Schritte machen, Pause, tausende Schritte machen, in einer Unterkunft ankommen, duschen, waschen, kochen, essen, schlafen. Und das Ganze wieder von vorne. Was sich in den ersten Tagen schwer und langwierig anfühlte, war nach einer Woche bereits leicht geworden. Mit der Gewohnheit und Sicherheit in dem einen kamen die Herausforderungen im anderen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damals wusstest Du noch nicht, dass Einsamkeit ein Thema für Dich ist. Du warst Dein Leben lang in Beziehungsgeflechte aus Familie, Freund*innen und Partnerpersonen verstrickt und hattest gelernt, Deine Bedürfnisse hintenanzustellen. Damit, wie es Dir wirklich ging, wolltest Du niemanden belasten; schließlich hattest Du alles, was sich andere für Dich gewünscht hatten. Nun nahmst Du zum ersten Mal in Deinem Leben eine Einsamkeit in Dir wahr, die Dich regelrecht durchbohrte. Du sehntest Dich schon nach ein paar Tagen nach Verbindung, nach Nähe zu Menschen, die Du kennst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du warst noch nicht an dem Punkt, dieses Gefühl als Einsamkeit benennen zu können, da trafst Du auf bekannte Gesichter. Erst begleiteten Dich Katrin und Daniel an Tag sieben: Mit ihnen verflogen die Kilometer im strahlenden Sonnenschein, Du fühltest Dich leicht und unbeschwert. Danach wurde das Gefühl wieder stärker und die Einsamkeit begann sich in Dir auszubreiten, bevor Du bei Deinem Bruder, seiner Partnerin und Emil, dem jungen Entlebucher Sennenhund einkehrtest. Mit diesem Stück zu Hause verflog das Gefühl und flammte nur beim Abschied kurz auf. Direkt danach wurde Dein Bedürfnis nach Verbindung ein letztes Mal bei Familie und Freund*innen im Saarland befriedigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Du am 03. August in Saarbrücken über die deutsch-französische Grenze gingst, hast Du endgültig das Bekannte hinter Dir gelassen. Genauso unbekannt wie der Weg fühlte sich das immer größer werdende Gefühl der Einsamkeit an. Nun gab es niemanden mehr, mit dem Du diesem Gefühl begegnen konntest: Nur noch Dich selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Einsamkeit war nicht Deine einzige Begleiterin. Ich sehe Dich noch heute vor meinem inneren Auge, wie Du immer wieder singend durch die Felder gestreift bist, tanzend, mit so großer Zufriedenheit, wie Du sie lange nicht mehr gespürt hattest. Der Weg brachte auch diesen spielerischen Teil in Dir wieder hervor. So hüpftest Du wie ein junges Reh durch die sattgrünen Wälder Lothringens, begleitet von großer Erleichterung über die Entscheidung, Dich auf den Weg gemacht zu haben. Der Abstand von Deinem Alltag, die körperliche Herausforderung der täglichen Etappen und das Gehen an der frischen Luft sorgten dafür, dass Du wieder eine stärkere Verbindung zu Deinem Körper, zu Dir selbst spürtest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wahrscheinlich hat genau diese wachsende Verbindung das Fühlen der Einsamkeit in dieser Intensität überhaupt erst ermöglicht. Hin und wieder fühlte sie sich so überwältigend für Dich an, dass Du versuchtest, der Einsamkeit mit einer Strategie Einhalt zu gebieten, die ich auch heute noch gerne anwende: Vermeidung. Der Griff zum Smartphone eignete sich perfekt dazu und Musik auf den Ohren übertönte die Einsamkeit für einen kurzen Moment. Währenddessen wurde die Frage „Wieso tue ich mir das hier an?“ immer brennender.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „sportliche Herausforderung“ der 60 Kilometer langen Strecke von Saint-Avold nach Metz, die Du an einem Tag zurücklegtest, fühlt sich aus heutiger Sicht wie der Versuch an, der Einsamkeit davonzulaufen. Abends lagst Du nach dem Essen körperlich erschöpft im Bett und für diesen Abend kehrte Ruhe in Dir ein. Doch einen Tag später machte sich das Gefühl der Einsamkeit wieder breit, diesmal noch stärker als zuvor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vier Wochen nach dem Start warst Du an dem Punkt angekommen: Du hattest keine Lust mehr weiterzugehen, warst kurz davor alles hinzuwerfen und hast zum ersten und einzigen Mal auf dem Weg nach Zugverbindungen nach Hause gesucht. Die Intensität der Einsamkeit fühlte sich so an, als könntest Du sie nicht aushalten. An diesem Tag lief nichts rund. Ich sehe Dich am Wegesrand sitzen, der Weg vor Dir blockiert von umgefallenen Bäumen und wucherndem Gestrüpp. Du hattest Dich verlaufen, Dein Wasser für den Tag schon aufgebraucht und Du hattest das Gefühl zu verdursten. Tränen liefen über Deine Wange, Du hast geschrien. Deine Verzweiflung spiegelt sich in Deinem Tagebucheintrag wider:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Ich hab geflennt wie ein kleines Kind, habe geflucht, weil gefühlt 1000 Mücken um meinen Kopf geschwirrt sind und weil ich mich selbst angekotzt hab und hab mich für jeden Schritt verflucht. Dann hab ich mich zu alledem noch verlaufen. Ich wäre am Liebsten einfach am Rand sitzen geblieben und nicht mehr weiter gegangen. Ich hab menschliche Nähe so vermisst, dass ich am Liebsten alles hingeschmissen hätte, um nach Hause zu fliegen und meine Freundin zu umarmen. Einfach nur im Arm halten. Ganz fest.“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Du saßt am Wegesrand mit der Einsamkeit, mit diesem scheinbar nicht auszuhaltenden Gefühl. Zum ersten Mal hattest Du keine Kraft mehr, ihr davonzulaufen. Dann bist Du irgendwann aufgestanden und hast wieder einen Fuß vor den anderen gesetzt. Schritt für Schritt bist Du weiter gegangen und hast daran festgehalten, dass Du irgendwann ankommen wirst. Nass geschwitzt und mit Salzkrusten im Gesicht erreichtest Du nach einer schier endlosen Zeit einen Brunnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wasser, dieses Lebenselixier, über das Du Dir sonst in Deinem Leben selten Gedanken gemacht hattest, verlieh Dir so viel Energie, dass Du danach Teile der verbleibenden Wegstrecke bis zur Unterkunft im Laufschritt absolviert hast.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du hattest Dich tagsüber am Telefon mit Deinem Schulfranzösisch abgemüht, um bei der Unterkunft ein Zimmer zu erfragen. Dort angekommen begrüßte Dich der Gastgeber – ein deutscher Auswanderer – mit den Worten: „Du siehst aus, als könntest Du ein Bier vertragen.“ Nie zuvor und nie wieder danach in Deinem Leben hat ein Bier so gut geschmeckt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einer Dusche hast Du Dich zum gemeinsamen Abendessen begeben und dort neben leckerem Essen auch gute Gespräche mit den ebenfalls deutschsprachigen Freund*innen der gastgebenden Familie geführt. Anschließend hast Du Dich mit den anderen nach draußen in den lauwarmen Sommerabend gesetzt und Dir wurde klar, dass heute eine der Perseiden-Nächte ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tagsüber hattest Du noch weinend am Wegesrand gesessen, am Ende Deiner physischen und psychischen Kräfte, kurz vor dem Aufgeben. Nun tat sich über Dir der Himmel von Grancey-le-Château auf, an dem die Sterne so klar waren, dass er Dich an Nächte Deiner Jugend im Saarland erinnerte. Und obwohl niemand mehr sprach, verband uns jede einzelne Sternschnuppe, die vom Himmel fiel.</p>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-11 wp-block-paragraph" style="color:#4977b5">***</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-style-default"><img decoding="async" width="960" height="540" src="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/07/2015-08-12-DominikAmBrunnen.jpg" alt="Am Brunnen, kurz nach dem Tiefpunkt." class="wp-image-6364" title="Am Brunnen, kurz nach dem Tiefpunkt." srcset="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/07/2015-08-12-DominikAmBrunnen.jpg 960w, https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/07/2015-08-12-DominikAmBrunnen-480x270.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 960px, 100vw" /><figcaption class="wp-element-caption">Am Brunnen, kurz nach dem Tiefpunkt.</figcaption></figure>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color has-medium-font-size wp-elements-12 wp-block-paragraph" style="color:#4977b5">***</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Brief an mein elf Jahre jüngeres Ich hat viel in mir bewegt. Manches an ihm rührt mich, manches würde ich ihm gern ersparen, vieles hat mein 29-jähriges Ich schon intuitiv gewusst, ohne es zu wissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was würdest Du Deinem jüngeren Ich schreiben oder sagen? Ich freue mich, wenn Du es in den Kommentaren oder <a href="mailto:ha&#108;l&#111;&#64;d&#111;m&#105;bilit&#121;&#46;&#100;e">persönlich per Mail</a> teilst. Im <a href="https://domibility.de/brief2-wieder-auf-dem-weg/" data-type="post" data-id="6419">zweiten Teil des Briefes</a> geht es um einen schweren Verlust und eine Begegnung, die mir tiefe Verbundenheit schenkte..</p>



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		<title>Zieh die Schuhe aus – wie Barfuß(schuhe) und Körpergefühl zusammenhängen</title>
		<link>https://domibility.de/zieh-die-schuhe-aus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Jul 2026 13:27:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich stehe auf dem Marktplatz in Hanau. Hier beginnt in wenigen Minuten der 35. Brüder-Grimm-Lauf, mein Laufhighlight des Jahres. Dieses Jahr habe ich es endlich wieder geschafft, mich ausreichend auf den dreitägigen Etappenlauf mit 82 km Gesamtstrecke, verteilt auf fünf Etappen, vorzubereiten. Nun stehe ich hier mit einem Kribbeln im Bauch und einem Herz, das [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Ich stehe auf dem Marktplatz in Hanau. Hier beginnt in wenigen Minuten der 35. Brüder-Grimm-Lauf, mein Laufhighlight des Jahres. Dieses Jahr habe ich es endlich wieder geschafft, mich ausreichend auf den dreitägigen Etappenlauf mit 82 km Gesamtstrecke, verteilt auf fünf Etappen, vorzubereiten. Nun stehe ich hier mit einem Kribbeln im Bauch und einem Herz, das mir bis zum Hals schlägt. Ich wippe von einem Fuß auf den anderen und versuche die Anspannung aus meinen Beinen zu schütteln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Brüder-Grimm-Lauf ist es Tradition, dass alle Läufer*innen zusammen den Countdown bis zum Start herunterzählen: 10 – 9 – 8 – 7 – 6 – ich spüre den Schweiß in meinen Handflächen – 5 – 4 – 3 – noch einmal tief durchatmen – 2 – 1 – Startschuss. Ich drücke den Start-Knopf auf meiner Uhr und laufe langsam los. Um mich herum ist ein Pulk von Läufer*innen, durch den das Tempo vorgegeben wird. Auf den ersten Kilometern sortiert sich das Feld der Teilnehmenden von ganz allein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein paar Minuten später biege ich – immer noch umgeben von vielen Läufer*innen – in ein kleines Waldstück ein. Vor dem Start hat es kräftig geregnet. Jetzt scheint die Juni-Sonne wieder heiß auf uns herab. Über dem Boden steigt feuchte Luft auf, deren Schwüle meinen aufgeheizten Körper nicht kühlt; sie tut das genaue Gegenteil. Auf einem engen Waldweg laufen wir wie Lemminge hintereinander zwischen Bäumen hindurch, die links und rechts den Weg begrenzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann, ganz plötzlich, passiert es: Ich stehe schon in der Luft und merke, dass mein Bein wie von Geisterhand eine Bewegung nach rechts macht. Als ich nach unten schaue, sehe ich, dass mein Fuß dadurch nicht in, sondern neben einer Pfütze auf dem Boden aufkommt. Mein Fuß fängt die Ausweichbewegung ab, ich knicke leicht um, kann jedoch mit dem nächsten Schritt normal weiterlaufen. Fasziniert von dieser unbewussten Reaktion schaue ich noch kurz auf meine Barfußschuhe und frage mich, ob dieses Ausweichmanöver auch etwas mit ihnen zu tun hat. Dass das Umknicken nicht – wie so oft in meinem Leben – zu einer Bänderverletzung geführt hat, schreibe ich ihnen zu, auch wenn ich keine Belege dafür habe, außer meine Erfahrung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sich für mich durch Barfußschuhe verändert hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich angefangen habe, Barfußschuhe zu tragen, war die erste Veränderung, die ich gespürt habe, ein Kribbeln in den Füßen und ein Muskelkater, wie ich ihn selten erlebt habe. Während der Muskelkater mich nach ein paar Tagen wieder verlassen hat, begleitete mich das Kribbeln ein paar Wochen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich ergab das Kribbeln Sinn. Konventionelle Schuhe hatten meine Füße jahrelang von der Außenwelt abgeschnitten und dafür gesorgt, dass nichts zu den Füßen durchdringt. Im Falle von Glasscherben oder sonstigen spitzen und scharfen Gegenständen mag diese Funktion sinnvoll sein; im Falle von sensorischen Reizen hat das dafür gesorgt, dass meine Füße das Fühlen verlernt hatten. Durch die Barfußschuhe wurden die Rezeptoren im Fuß Stück für Stück wieder mit ihrer Funktion vertraut gemacht: das Spüren des Untergrunds und die Weitergabe dieser Informationen an den Rest des Körpers und das Gehirn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reizüberflutung, die meine Füße zunächst mit einem starken Kribbeln quittierten, sorgte mit zunehmender Gewöhnung dafür, dass ich wieder mehr durch die Füße fühlte. Nach und nach wich das Kribbeln dem Gefühl einer verbesserten Verbindung zum Untergrund – und einer verbesserten Verbindung zu mir selbst. Ich habe meine Füße wieder in mein aktiv nutzbares Ganzkörpersystem integriert. Natürlich hatte ich sie vorher auch genutzt, doch jetzt spürte ich sie auch wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während ich als siebenjähriger Knirps auf dem Krankenhaus-Tisch lag und einen festen Gipsverband für einen Bänderanriss (so hat mensch 1992 noch Bänderanrisse behandelt) bekam, sollte ich meinen großen Zeh abspreizen; damals hat mir die Ansteuerungs- und Koordinationsfähigkeit dafür gefehlt. Mittlerweile gehört sie wieder zu meinem Repertoire. Der Grund dafür ist nicht das Tragen von Barfußschuhen, doch erst die Barfußschuhe haben mich dazu gebracht, mich mehr mit meinen Füßen zu beschäftigen und Zeit in sie zu investieren: dazu Mobilisierungsübungen und Zehen-Yoga zu machen, stundenlang beim Arbeiten auf meiner Yantra-Matte zu stehen und meine Füße mit Massagen und Fußbädern zu pflegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben der verbesserten Verbindung zum Untergrund und mir selbst und der verbesserten Ansteuerungs- und Koordinationsfähigkeit, haben diese Veränderungen auch dazu geführt, dass meine Füße stärker geworden sind. Der Kraftzuwachs lässt sich schwerer beschreiben als ein Kribbeln oder die Fähigkeit, den großen Zeh abzuspreizen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am ehesten merke ich ihn in Situationen wie der eingangs beschriebenen: Ich bin seither immer mal wieder umgeknickt, ohne mich dabei zu verletzen. Ich vermute, dass dabei zwei Faktoren eine Rolle spielen. Einerseits die Muskulatur, die kräftiger und beweglicher geworden ist und die Umknickbewegung abfängt, bevor sie zur Verletzung wird. Andererseits die flache Sohle der Barfußschuhe: Weil mein Fuß dem Boden so nah ist, knicke ich nicht aus mehreren Zentimetern Höhe um; der Winkel bleibt kleiner und die Bänder werden weniger belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind meine Vermutungen. Auch weil ich sie nicht beweisen kann, habe ich mich immer wieder mit der Frage beschäftigt: Ist das alles nur mein persönliches Empfinden oder gibt es auch objektive Belege dazu in der Wissenschaft?</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was unterscheidet Barfußschuhe / Minimalschuhe von konventionellen Schuhen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bevor ich auf den aktuellen Stand der Forschung zu Barfußschuhen eingehe, möchte ich Barfuß-/Minimalschuhe von konventionellen Schuhen abgrenzen. Sie unterscheiden sich in vier Merkmalen von konventionellen Schuhen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Keine (oder minimale) Sprengung: Ferse und Vorfuß sind auf einer Höhe, anders als bei konventionellen Schuhen, deren Ferse oft im Vergleich zum Vorfuß erhöht ist, manchmal um mehrere Zentimeter.</li>



<li>Breite Zehenbox: Die Zehen haben genug Platz, um sich auszubreiten und werden nicht eingeengt.</li>



<li>Hohe Flexibilität: Barfußschuhe sind sehr flexibel. Sie lassen sich in alle Richtungen biegen, verwringen und zusammenrollen.</li>



<li>Dünne Sohle: Wenig Material zwischen Fuß und Boden lässt mehr Input vom Untergrund zu den Rezeptoren im Fuß durch.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Bringen Barfußschuhe wirklich etwas?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Meine persönlichen Erfahrungen mit Barfußschuhen sind das eine; die Beschäftigung der Wissenschaft mit Minimalschuhen ist das andere. Einige meiner Beobachtungen finden sich dort wieder, andere weniger: Nicht jeder Effekt, den ich spüre oder den die Werbung verspricht, ist wissenschaftlich gut belegt. Deshalb werde ich bei jedem Punkt auch darauf eingehen, wie stabil die Studienlage dazu ist. Folgende Veränderungen lassen sich mit Studien untermauern:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deine Füße geben Dir mehr Halt.</strong><br />Mehr Rückmeldung vom Boden kann die Stabilität des ganzen Körpers verbessern. Bei älteren Menschen mit Sturzvorgeschichte zeigte sich, dass sie in Minimalschuhen stabiler standen und gingen als in konventionellen Schuhen (Cudejko et al., 2020). Wichtig dabei: Gemessen wurde der Unterschied zwischen den Schuhen im Moment des Tragens, nicht über einen längeren Zeitraum. Minimalschuhe wirken hier wie Werkzeuge, die im Moment des Tragens mehr Halt geben. Auch diese Studie sagt nichts darüber aus, ob sich die Stabilität durch regelmäßiges Tragen von Barfußschuhen dauerhaft verbessert. Außerdem wurde in dieser Studie mit älteren, sturzgefährdeten Menschen (64+ Jahre) gearbeitet. Ob sich das auf jüngere, aktive Menschen übertragen lässt, ist offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deine Füße werden stärker.</strong><br />Studien zeigen, dass allein das Tragen von Minimalschuhen die Fußmuskulatur kräftigt – ganz ohne zusätzliches Training. Bei Menschen, die im Alltag sechs Monate lang Barfußschuhe getragen haben, nahm die Zehenbeugekraft ohne zusätzliche Kräftigungsübungen deutlich zu (Curtis et al., 2021). In einer anderen Studie stieg die Kraft verschiedener Fußmuskeln von Läufer*innen nach acht Wochen regelmäßigem Tragen von Barfußschuhen um über 40 % (Ridge et al., 2019). Konventionelle Schuhe nehmen den Muskeln Arbeit ab; diese müssen in Minimalschuhen wieder mehr selbst arbeiten, und das stärkt sie.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Deine Füße bekommen mehr Informationen.</strong><br />Die dünne Sohle lässt mehr Information vom Untergrund zu den Rezeptoren im Fuß durch. Eine Studie zeigt, dass Minimalschuhe die sensorische Aktivierung der Fußsohle im Vergleich zu konventionellen Schuhen erhöhen. Der Fuß bekommt also im wahrsten Sinne mehr Rückmeldung vom Boden (Biscarini et al., 2024). Die Studie sagt nichts darüber aus, ob sich durch regelmäßiges Tragen von Barfußschuhen dauerhaft ein verbessertes Körpergefühl entwickelt, so wie ich es zuvor aus meiner Erfahrung beschrieben habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bedeutet das für Dich?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gute ist: Du brauchst nichts, um anzufangen und es einfach mal auszuprobieren. Der notwendige Reiz für Deine Füße kommt nicht vom Schuh, sondern dadurch, dass Dein Fuß wieder mehr zu tun und zu spüren bekommt. Zieh zu Hause die Schuhe und Socken aus und geh ein paar Minuten barfuß durch die Wohnung. Spür den Boden unter Deinen Füßen, die Übergänge zwischen Fliesen, die Struktur eines Teppichs, die Temperatur von Holz. Das ist ein sinnvoller erster Schritt, der sofort umsetzbar ist und für den Du nichts brauchst. Für mich war das ein Puzzleteil auf dem Weg zu mehr Körpergefühl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Du irgendwann auf Barfuß- oder Minimalschuhe umsteigen möchtest, empfehle ich Dir einen langsamen Umstieg. Sieh die Schuhe wie ein Trainingsgerät, an das sich Deine Füße und Dein ganzer Körper langsam gewöhnen dürfen. Wer zu schnell umsteigt, riskiert Überlastungen an Knochen, Sehnen und Gelenken (Ridge et al., 2013). Gib Deinen Füßen die Zeit, die sie brauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Barfußschuhe können ein Trainingsgerät sein, das die Füße über Wochen kräftigt, oder ein Werkzeug, das im Moment des Tragens mehr Stabilität gibt; doch letztlich geht es nicht um die Schuhe. Es geht darum, wieder mehr zu spüren: Deine Füße selbst, durch sie Deinen ganzen Körper und den Untergrund, auf dem Du Dich bewegst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Quellen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Biscarini, A., Calandra, A., Marcucci, A., Panichi, R., &amp; Belotti, A. (2024). Enhanced Foot Proprioception Through 3-Minute Walking Bouts with Ultra-Minimalist Shoes on Surfaces That Mimic Highly Rugged Natural Terrains. Biomimetics, 9(12), 741. <a href="https://doi.org/10.3390/biomimetics9120741">https://doi.org/10.3390/biomimetics9120741</a></li>



<li class="has-small-font-size">Cudejko, T., Gardiner, J., Akpan, A., &amp; D’Août, K. (2020). Minimal shoes improve stability and mobility in persons with a history of falls. Scientific Reports, 10(1), 21755. <br /><a href="https://doi.org/10.1038/s41598-020-78862-6">https://doi.org/10.1038/s41598-020-78862-6 </a></li>



<li class="has-small-font-size">Curtis, R., Willems, C., Paoletti, P., &amp; D’Août, K. (2021). Daily activity in minimal footwear increases foot strength. Scientific Reports, 11(1), 18648.<br /><a href="https://doi.org/10.1038/s41598-021-98070-0">https://doi.org/10.1038/s41598-021-98070-0</a></li>



<li class="has-small-font-size">Ridge, S. T., Johnson, A. W., Mitchell, U. H., Hunter, I., Robinson, E., Rich, B. S. E., &amp; Brown, S. D. (2013). Foot Bone Marrow Edema after a 10-wk Transition to Minimalist Running Shoes. Medicine &amp; Science in Sports &amp; Exercise, 45(7), 1363–1368. <a href="https://doi.org/10.1249/MSS.0b013e3182874769">https://doi.org/10.1249/MSS.0b013e3182874769</a></li>



<li class="has-small-font-size">Ridge, S. T., Olsen, M. T., Bruening, D. A., Jurgensmeier, K., Griffin, D., Davis, I. S., &amp; Johnson, A. W. (2019). Walking in Minimalist Shoes Is Effective for Strengthening Foot Muscles. Medicine &amp; Science in Sports &amp; Exercise, 51(1), 104–113. <a href="https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000001751">https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000001751</a></li>
</ol>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><br /><br /></p>
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		<title>Im Bauch des Resonanzraums</title>
		<link>https://domibility.de/im-bauch-des-resonanzraums/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jun 2026 13:02:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich sitze im Schneidersitz auf einem Stahlbett. Um mich herum sind dicke Betonwände, über mir geht es 18 Meter nach oben. Im Boden der Ebene über mir ist ein quadratisches Loch eingelassen, über das eine Treppe von hier auf den Mainfloor führt. Von der massiven Funktion One-Anlage, die dort mit mehreren Boxentürmen und von der [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ich sitze im Schneidersitz auf einem Stahlbett. Um mich herum sind dicke Betonwände, über mir geht es 18 Meter nach oben. Im Boden der Ebene über mir ist ein quadratisches Loch eingelassen, über das eine Treppe von hier auf den Mainfloor führt. Von der massiven Funktion One-Anlage, die dort mit mehreren Boxentürmen und von der Decke herabhängenden Lautsprechern installiert ist, dröhnt industrieller Techno zu mir nach unten – und lässt nicht nur meinen Körper sondern auch die Sitzfläche vibrieren.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor wenigen Stunden bin ich nach meiner Ankunft und dem Umziehen die Stahltreppe zur ersten Ebene hinaufgestiegen. Mit jeder Stufe, die ich der Tanzfläche näher komme, wird das Grinsen auf meinem Gesicht breiter. Oben angekommen schaue ich kurz in das schwarze Loch des Dancefloors: ich sehe tanzende Silhouetten, die sich in aufblitzenden Lichtern bewegen, spüre den tiefen Bass, den schnellen, harten Beat der Musik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich bewege mich links an der tanzenden Menge und dem Darkroom vorbei und finde meinen Platz zum Tanzen links vor der DJ-Booth. Ich brauche keine Aufwärmzeit; mein Körper tut das, was er schon so oft getan hat: er lässt sich von der Musik bewegen und die Musik zieht mich in sich hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Dunkelheit lassen sich nur die Menschen direkt neben mir erkennen. Ich schließe immer wieder die Augen, spüre meine Arme durch die Luft gleiten und meine Beine ein Auf und Ab vollführen. Die Musik von Jelena, die gerade auflegt, bewegt mich wie eine Marionette an Fäden in diesem unendlichen Raum. Ich kann jede Zelle meines Körpers wahrnehmen, jede Zelle vibriert. Meinem Mund entfährt ein lautes „Whooooo whooooo“; die Tanzbewegung allein bietet nicht genügend Raum. Ich spüre, wie Schweißtropfen an meinem Körper herunterrinnen. Mein Glitzerstein-Netz-Top ist komplett durchnässt. Die Luftfeuchtigkeit im Raum ist spürbar, es ist heiß – ich liebe es. So vergehen Minuten – oder Stunden. Ich verliere die Wahrnehmung für die Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Person, die neben mir auf einem Podest tanzt, fächert mir mit einem großen Fächer Luft zu. Sie gestikuliert und gibt zu verstehen, dass sie mag, wie ich tanze. Verlegen von ihrem Kompliment tanze ich weiter. Gleichzeitig freue ich mich darüber, wahrgenommen zu werden. Jetzt fühle ich mich beobachtet. Das bringt mich aus meinem Körper und in meinen Kopf, der nun zu rattern beginnt: „Wie soll ich mich verhalten? Tanze ich jetzt für sie oder für mich? Boah, es ist so heiß hier und die Musik so schnell.“ Ich versuche noch ein paar Minuten, mich wieder von der Musik bewegen zu lassen. Es gelingt mir nicht. Deshalb verabschiede ich mich von der Person auf dem Podest mit einer kurzen Geste und bewege mich an der tanzenden Menge vorbei unter einer Stahltreppe hindurch, die ich kurz darauf hinaufsteige: sie führt mich zum Floor in der zweiten Etage.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier oben ist die Musik housiger, grooviger. Der Raum ist hell genug, dass ich in die Gesichter der Menschen um mich herum schauen kann. Ich erkenne ein paar davon wieder, begrüße sie, interagiere kurz mit ihnen und tanze mich zu meinem Platz vorne rechts. Dort widme ich mich wieder meiner Bewegung zum 4/4 Takt. Auch hier habe ich das Gefühl, dass die Musik mich tanzt, und doch fühlt es sich ganz anders an als auf dem Mainfloor. Meine Bewegungen sind wie die Musik: runder, fließender, weniger abrupt. Auch hier versinke ich gern und zuverlässig im Moment, in der Bewegung. Gleichzeitig bietet die Musik genügend ruhigere Passagen, um mit anderen Menschen Blicke auszutauschen, zu interagieren, gemeinsam zu tanzen. Ich kann andere sehen und bin selbst sichtbar. Das gefällt mir. Mein Tanzen ist extrovertiert – bis ich angesprochen werde und das Tanzen nicht mehr als Kommunikation ausreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich wieder ins Hier und Jetzt getanzt, bin voll drin. Khadija heizt der Menge ein, viele jubeln und feuern sie an. Ich schüttele meine Hüften und Schultern im Takt der Musik, stoße wieder ein „Whooo whooo“ aus. Ich habe das Gefühl, ewig so weitertanzen zu können. Und dann trifft mich ein Lächeln zwischen all den anderen, es bringt mich aus meinem Rhythmus. Ich kenne dieses Lächeln bereits, es zieht mich an, ich muss immer wieder hinschauen. Ich erkenne die Person und ihr Lächeln zuverlässig wieder, wir haben uns schon bei früheren Events angelächelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bisherigen Versuche meines Gegenübers, ein Gespräch zu beginnen, sind im Lärm der Musik versandet. Ehrlich gesagt habe ich die Lautstärke genutzt, um nicht reden zu müssen, nicht reden zu können. Die Person winkt mir aus der Entfernung zu, ich hebe in einem Reflex meinen Arm nach oben und winke zurück. Auf einmal passt mir die Musik nicht mehr. Das, was sich vorher organisch und vollkommen natürlich angefühlt hat, wirkt auf mich jetzt unbeholfen. Ich traue mich auch nicht zu der Person hinzugehen und „Hallo“ zu sagen. Das ist der Moment, in dem ich beschließe, die Treppen wieder hinabzusteigen, in der Dunkelheit zu verschwinden und mich auf eines der Stahlbetten zu setzen.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ich schließe die Augen und beginne zu meditieren. Einatmen. Ausatmen, dabei summen. 10 Mal. Nach dem 10. Summen halte ich die Luft an, solange ich kann. Danach das ganze 9 Mal, 8 Mal, 7 Mal – so lange, bis ich bei einem Atemzug und einem letzten Summen angekommen bin.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Musik aus der Funktion-One-Anlage ist weiterhin so laut, dass mein Körper vibriert. Dennoch spüre ich auch das Vibrieren durch mein Summen von innen. Ich spüre meinen Kiefer, meinen Hals und meinen Brustraum schwingen. Auch mein Herzschlag reiht sich in das Orchester ein. Atemzug für Atemzug, Summen für Summen komme ich wieder mehr in Verbindung mit mir selbst, fange wieder an, mich zu spüren. Die Gedankenspirale dazu, dass ich in meinem Alter ganz entspannt mit Menschen interagieren können müsste, versandet in der Verbindung zu meinem Körper. In diesem Moment fühlt es sich sogar so an, als würden sich die Vibrationen von außen mit den Vibrationen von innen synchronisieren, sie miteinander verschmelzen – so wie ich es vom Dancefloor kenne, wenn ich zur Musik werde.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem letzten Summen öffne ich die Augen. Ich spüre das Stahlbett unter mir, spüre den Bass, der noch immer durch den Raum wabert, nehme die Musik wieder bewusst wahr. Ich habe die Verbindung zu mir wieder hergestellt, bin ganz da. Ich nehme das Erlebte mit, als ich die Treppen wieder hinaufsteige, um weiter zu tanzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An der Bar sehe ich die Person wieder, die mir eben zugewunken hat. Diesmal winke ich ihr aus der Entfernung und gehe langsam auf sie zu. Meine Hände kribbeln, ich spüre meine Aufregung. Ich nehme sie mit und gehe weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir haben uns schon mal hier gesehen, oder?“, fragt sie mich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja, im Frühjahr“, lächele ich sie an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Stimmt, zu Lakutis Set, oder?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ja, genau. Ich freu mich, Dich wiederzusehen. Wie heißt Du?“, führe ich das Gespräch fort. Obwohl ich sie nicht kenne, spüre ich eine zarte Verbindung zu ihr, einen Wunsch nach mehr. Wir reden kurz und tanzen danach eine Weile nebeneinander, bevor sie sich verabschiedet.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist paradox: hinter diesen dicken Stahlbeton-Mauern spüre ich große Freiheit – die Freiheit, meinen eigenen Resonanzraum zu erkunden, mich zu zeigen, meinen Ängsten zu begegnen, mutig zu sein. Ich weiß, dass dieser Resonanzraum in mir immer da ist; ihn auch im Alltag zu fühlen, fällt mir oft schwer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einem Lächeln im Gesicht steige ich kurze Zeit später die Stahltreppen hinab, am Mainfloor vorbei zurück zu den Stahlbetten. Hier ziehe ich mich um und verabschiede mich von diesem magischen Ort. Tanzend, versteht sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So bewege ich mich auch Richtung Ausgang. „Tschau, habt noch einen schönen Abend!“, sage ich im Rausgehen. „Tschüssi“, entgegnet mir Sven und ich freue mich über seine sanfte Stimme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Wenn Du selbst spüren willst, wie sich das anfühlt, folge dem Link zu meinem Impuls: <a href="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/03/impuls8_domibility_resonanzraum.jpg" type="attachment" id="6104">I</a><a href="https://domibility.de/impuls-8-der-koerper-als-resonanzraum/" type="post" id="6098">mpuls 8 - Der Körper als R</a><a href="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/03/impuls8_domibility_resonanzraum.jpg" type="attachment" id="6104">esonanzraum</a></em></p>
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		<item>
		<title>Mit dem Bewusstsein für die Atmung beginnt die Veränderung</title>
		<link>https://domibility.de/bewusstsein-atmung-veraenderung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 11:03:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atem]]></category>
		<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Falls Du keine Lust hast, den Text selbst zu lesen: Ich lese ihn Dir vor! * In meiner Wohnung hängt ein Whiteboard, das ich immer wieder dazu nutze, Gedanken und Ideen festzuhalten und sie sichtbar vor mir zu haben, damit ich mit ihnen arbeiten kann. Ich vergleiche sie mit Samen, die gesät werden und dann [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Falls Du keine Lust hast, den Text selbst zu lesen: Ich lese ihn Dir vor!</em></p>



<figure class="wp-block-audio audio-schmal"><audio controls src="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/05/2026-05-28-MitDemBewusstSein_Vorlesen.mp3"></audio></figure>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">In meiner Wohnung hängt ein Whiteboard, das ich immer wieder dazu nutze, Gedanken und Ideen festzuhalten und sie sichtbar vor mir zu haben, damit ich mit ihnen arbeiten kann. Ich vergleiche sie mit Samen, die gesät werden und dann irgendwann aufgehen – oder auch nicht. In der Phase meines Studiums, in der ich mich intensiv mit der Atmung beschäftigt habe, kam mir ein Satz in den Kopf, der so mit mir resoniert hat, dass ich ihn aufschreiben musste: „Mit dem Bewusstsein für die Atmung beginnt die Veränderung.“ Wie weit der Gedanke wachsen würde, wusste ich damals, als ich den Samen ausgesät habe, noch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Atem ist immer da: Er lässt sich bewusst steuern, läuft aber auch vollkommen unbewusst ab. Es geht nicht, nicht zu atmen. Wenn Du nachts im Bett liegst und schläfst, sorgt Dein Körper dafür, dass Du atmest, ohne dass Du etwas dafür tust. Selbst wenn Du bewusst die Luft anhältst, übernimmt Dein Körper irgendwann wieder und sorgt dafür, dass Du atmest. Obwohl Dein Körper das alles vollkommen automatisch tut, hast Du auch die Möglichkeit, bewusst in die Atmung einzugreifen. Damit kannst Du Prozesse Deines Körpers beeinflussen, auf die Du sonst keinen willentlichen Zugriff hast. Deine Atmung bildet damit eine Schnittstelle zwischen Unbewusstem und Bewusstem.</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sobald ich die Aufmerksamkeit auf meinen Atem lege, verändere ich ihn zwangsläufig. Meine Aufmerksamkeit holt ihn aus dem Unbewussten herauf und damit ist er eben genau das nicht mehr: unbewusst. Die unbewusste Atmung lässt sich nicht beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anfangs bin ich genau daran bei Meditationstechniken verzweifelt, die sich der Atembeobachtung widmen. „Wie soll das bitte gehen? Den Atem einfach nur beobachten. Sobald ich ihn beobachte, verändere ich ihn doch.“ Ich hatte das Gefühl, nicht meditieren zu können. Obwohl ich den Samen schon vor meiner regelmäßigen Meditationspraxis gesät hatte, war auch ein paar Jahre danach bei meinem ersten Vipassana-Retreat noch nicht die Zeit, um die Früchte davon zu ernten. Doch irgendwann, ganz unspektakulär und ohne „großen Knall“ kam die Erkenntnis: Dass sich mein Atem verändert, sobald ich meine Aufmerksamkeit darauf lege, ist kein Scheitern: Es ist die Lösung!</p>



<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph">*</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bewusst auf meine Atmung zu achten, bringt mich ins Hier und Jetzt. Das ist eine Grundvoraussetzung für Veränderung. Denn ich kann nur etwas verändern, wenn ich mir bewusst bin, dass es gerade passiert. <a href="https://domibility.de/atme-durch-die-nase/" type="post" id="6003">Wenn ich auch in stressigen und herausfordernden Situationen Zugriff auf meinen Atem habe</a>, kann ich mich damit ins Hier und Jetzt holen. Das hilft bei Mustern, die so tief in mir verankert sind, dass sie ohne mein Zutun ablaufen. Manchmal sind es emotionale Reaktionen, bei denen meine Atmung mir hilft, eine Lücke zwischen Reiz und Reaktion zu schaffen. Manchmal sind es Gedankenspiralen, aus denen die Atmung mich als körperlicher Anker zurück zum Fühlen holt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nichts davon passiert allein dadurch, dass ich den Satz auf meinem Whiteboard rational verstanden habe. Das Bewusstsein für die Atmung ist der Beginn der Veränderung, nicht die Veränderung selbst. Bis der Atem in der stressigen Situation wirklich da ist, ohne dass ich ihn suchen muss, braucht es Übung – beständig und geduldig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Samen, den ich damals gesät habe, ist aufgegangen. Aus ihm wurde eine Pflanze, an der ich mich erfreue. Wachstum lässt sich nicht beschleunigen, doch es lässt sich kultivieren. Ich gieße, ich jäte, ich bleibe dran, auch wenn gerade nichts zu wachsen scheint. Denn das tut es, unter der Oberfläche, in seinem eigenen Tempo.</p>
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		<title>Atme durch die Nase</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 13:33:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atem]]></category>
		<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als ich angefangen habe, mich ausführlicher mit meiner Atmung zu beschäftigen, war das Buch „Breath“ von James Nestor ein Gamechanger für mich. Einer der einfachsten und am leichtesten umsetzbaren Tipps daraus ist: Atme durch die Nase. Vielleicht denkst Du jetzt: „Ich atme durch die Nase.“ Das haben viele meiner Freund*innen, mit denen ich diesen Tipp [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Als ich angefangen habe, mich ausführlicher mit meiner Atmung zu beschäftigen, war das Buch „Breath“ von James Nestor ein Gamechanger für mich. Einer der einfachsten und am leichtesten umsetzbaren Tipps daraus ist:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Atme durch die Nase.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht denkst Du jetzt: „Ich atme durch die Nase.“ Das haben viele meiner Freund*innen, mit denen ich diesen Tipp geteilt habe, ebenfalls gedacht. Einige von ihnen teilten kurze Zeit danach ihre Beobachtung mit mir: „Ich habe nach Deinem Tipp bewusster darauf geachtet und gemerkt: ich atme weniger durch die Nase als ich dachte.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sich für mich durch Nasenatmung verändert hat</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Für mich hat es viel verändert, auf meine Nasenatmung zu achten, sie wieder einzuüben und zu kultivieren. Ich habe das Gefühl, beim Sport weniger schnell außer Puste zu kommen und länger bei der Nasenatmung bleiben zu können, bevor ich zur Mundatmung wechseln muss. Diesen Effekt finde ich auch in der Literatur wieder (Dallam et al., 2018). Ich habe darüber hinaus das Gefühl, bei gleicher Leistung in einem niedrigeren Pulsbereich trainieren zu können und dadurch weniger Regenerationszeit zu benötigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch im Alltag spüre ich einen Unterschied: Ich fühle mich entspannter und regulierter. Wenn Emotionen sich überfordernd anfühlen oder ich mich in stressigen und herausfordernden Situationen wiederfinde, habe ich im Atem eine Art „Anker“ gefunden und schaffe es durch die Konzentration auf meine Atmung schneller zurück in den Moment, in das Hier und Jetzt. Diese Veränderung hat damit angefangen, dass ich immer wieder bewusst auf meine Atmung – auf die Nasenatmung – geachtet habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Tipp, durch die Nase zu atmen, ist deshalb so wirkungsvoll, weil Du 20.000 bis 25.000 Atemzüge am Tag machst. Ein Atemzug entspricht dabei einmal einatmen und einmal ausatmen. Das sind extrem viele Wiederholungen, um bewusst zu üben. Mit dem bewussten Üben veränderst Du auch die restlichen, unbewusst stattfindenden Atemzüge. Es ist ein großer Segen, dass Atmen auch unbewusst funktioniert – ansonsten wären wir nur noch mit dem Atmen beschäftigt. <a href="https://domibility.de/bewusstsein-atmung-veraenderung/" type="post" id="6062">Dich bewusst damit auseinanderzusetzen, kann auch bei Dir viel verändern.</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum überhaupt Nasenatmung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nase ist unser primäres Atemorgan, nicht der Mund. Dass wir als Spezies durch den Mund atmen können, hat uns evolutionär Vorteile verschafft. Sobald der Sauerstoffbedarf bei hohen körperlichen Belastungen stark ansteigt, können wir nicht mehr genügend Luft durch die Nase aufnehmen (Mapelli et al., 2025). In diesem Fall schalten wir auf Mundatmung um, und das hat uns Menschen sowohl bei der Jagd als auch bei der Flucht für das Überleben wichtige Leistungsreserven verschafft. Auch beim Sprechen und Singen, bei einer verstopften Nase durch Erkältung oder Allergie oder bei anatomischen Besonderheiten, wie einer verkrümmten Nasenscheidewand, ist die Mundatmung unabdingbar. Sie ist also nicht per se schlecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wenn es um das automatisierte – und damit unbewusste – Atmen geht, bringt die Nasenatmung viele Vorteile mit sich:</p>



<ol style="font-size:18px" class="wp-block-list">
<li><strong>Die Nase filtert und klimatisiert die Luft.</strong> In Deinen Nasenhärchen bleiben Staub, Pollen und andere Partikel hängen. Darüber hinaus wird in der Nase kalte Luft erwärmt und trockene Luft befeuchtet. Diese Funktionen fehlen beim Atmen durch den Mund. (Elad et al., 2008)</li>



<li><strong>Nasenatmung setzt Stickstoffmonoxid (NO) frei.</strong> Dieses Molekül wird in Deinen Nasennebenhöhlen produziert und gelangt mit der Atemluft in die Lunge, wenn Du durch die Nase atmest. NO weitet Deine Blutgefäße und verbessert dadurch die Sauerstoffaufnahme in der Lunge. Es wirkt zusätzlich antimikrobiell, hilft also dabei, Krankheitserreger zu neutralisieren. (Lundberg, 2008)</li>



<li><strong>Nasenatmung beruhigt Dein Nervensystem.</strong> Sie ist in der Regel langsamer und tiefer als Mundatmung. Das signalisiert Deinem Körper: Er ist in Sicherheit. Du aktivierst den Parasympathikus, der viele lebensnotwendige Prozesse in Deinem Körper reguliert, beispielsweise Verdauung, Herzfrequenz und Regeneration. Studien zeigen sogar, dass Nasenatmung den diastolischen Blutdruck messbar senken kann (Watso et al., 2023).</li>



<li><strong>Nasenatmung verbessert Deinen Schlaf.</strong> Nachts durch die Nase zu atmen hält Deine Atemwege feucht und steht im Zusammenhang mit weniger Schnarchen (Georgalas, 2011). Außerdem wachst Du nicht mit trockenem Mund auf. Ob Du Dir dafür nachts wirklich den Mund zukleben musst, wie es James Nestor in „Breath“ beschreibt, überlasse ich Dir.</li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph">Du kannst diese Liste rational verstehen, ohne sie zu spüren; genau da liegt die Herausforderung. Erst das Fühlen bringt eine Veränderung. Deshalb fang mit diesem einen Satz an:</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Atme durch die Nase, wann immer es geht.</strong></p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph"><strong>Wenn Du nur einen einzigen Tipp von meinem Blog mitnimmst, dann diesen! </strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Achte einfach mal eine Woche darauf und beobachte, was sich verändert. Wenn Du Lust hast, teile Deine Beobachtung gern mit mir – hier in den Kommentaren oder per Mail!</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity is-style-wide"/>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph">Quellen:</p>



<ol class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Elad, D., Wolf, M., &amp; Keck, T. (2008). Air-conditioning in the human nasal cavity. <em>Respiratory Physiology &amp; Neurobiology</em>, <em>163</em>(1–3), 121–127. <a href="https://doi.org/10.1016/j.resp.2008.05.002">https://doi.org/10.1016/j.resp.2008.05.002</a></li>



<li class="has-small-font-size">Dallam, G. M., McClaran, S. R., Cox, D. G., &amp; Foust, C. P. (2018). Effect of nasal versus oral breathing on VO₂max and physiological economy in recreational runners following an extended period spent using nasally restricted breathing. <em>International Journal of Kinesiology and Sports Science</em>, 6(2), 22–29. <a href="https://doi.org/10.7575/aiac.ijkss.v.6n.2p.22">https://doi.org/10.7575/aiac.ijkss.v.6n.2p.22</a></li>



<li class="has-small-font-size">Georgalas, C. (2011). The role of the nose in snoring and obstructive sleep apnoea: An update. <em>European Archives of Oto-Rhino-Laryngology</em>, <em>268</em>(9), 1365–1373. <a href="https://doi.org/10.1007/s00405-010-1469-7">https://doi.org/10.1007/s00405-010-1469-7</a></li>



<li class="has-small-font-size">Lundberg, J. O. (2008). Nitric Oxide and the Paranasal Sinuses. <em>The Anatomical Record</em>, <em>291</em>(11), 1479–1484. <a href="https://doi.org/10.1002/ar.20782">https://doi.org/10.1002/ar.20782</a></li>



<li class="has-small-font-size">Mapelli, M., Salvioni, E., Mattavelli, I., Grilli, G., Zerboni, G., Nava, A., Capra, N., Galotta, A., Biroli, M., Bellini, G., Dall’Asta, M., Pasini, E., De Paola, A., Torzolini, L., Mani, N., Turri, S., Campodonico, J., &amp; Agostoni, P. (2025). Nasal vs. Oral BREATHing WIn Strategies in healthy individuals during cardiorespiratory Exercise testing (BreathWISE). <em>PLOS One</em>, <em>20</em>(7), e0326661. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0326661">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0326661</a></li>



<li class="has-small-font-size">Watso, J. C., Cuba, J. N., Boutwell, S. L., Moss, J. E., Bowerfind, A. K., Fernandez, I. M., Cassette, J. M., May, A. M., &amp; Kirk, K. F. (2023). Acute nasal breathing lowers diastolic blood pressure and increases parasympathetic contributions to heart rate variability in young adults. <em>American Journal of Physiology-Regulatory, Integrative and Comparative Physiology</em>, <em>325</em>(6), R797–R808. <a href="https://doi.org/10.1152/ajpregu.00148.2023">https://doi.org/10.1152/ajpregu.00148.2023</a></li>
</ol>



<p class="has-small-font-size wp-block-paragraph"><br /></p>
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		<title>Aktivierende Atemübung: Ein Frischekick für Deinen Kreislauf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 14:51:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Atem]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Diese Atemübung war als Teil des Aufwärmprogramms in meinem Onlinekurs: Ganzkörperkrafttraining für einen bewussteren Gang geplant. Da sie nicht Teil des Kurses geworden ist, möchte ich sie hier mit Dir teilen. Ich habe die Übung zum Einstieg in ein Aufwärmprogramm und zur Vorbereitung auf körperliche Aktivität entwickelt. Sie eignet sich aber auch als kurzer „Frischekick“ [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Diese Atemübung war als Teil des Aufwärmprogramms in meinem <strong><a href="https://domibility.de/kurse/onlinekurs1-bewussterer-gang/">Onlinekurs: Ganzkörperkrafttraining für einen bewussteren Gang</a></strong> geplant. Da sie nicht Teil des Kurses geworden ist, möchte ich sie hier mit Dir teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich habe die Übung zum Einstieg in ein Aufwärmprogramm und zur Vorbereitung auf körperliche Aktivität entwickelt. Sie eignet sich aber auch als kurzer „Frischekick“ im Alltag, wenn Du Dich müde fühlst – wie ein Espresso, nur ohne Koffein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 6-minütigen Video kommst Du bei Dir und Deinem Atem an, aktivierst über die Atmung Dein Herz-Kreislauf-System und spürst anschließend nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viel Freude beim Ausprobieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Ein wichtiger Hinweis:</strong> Bei dieser Übung atmest Du bewusst länger ein als aus. Das aktiviert Deinen Kreislauf, kann aber für bestimmte Menschen ungeeignet sein. Wenn Du schwanger bist, Herz-Kreislauf-Erkrankungen hast oder unter Panikstörungen oder Bluthochdruck leidest, solltest Du die Übung erst nach Rücksprache mit Deiner Ärzt*in durchführen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



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		<title>Mobilisierungsroutine: Zähneputzen für die Gelenke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 11:10:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Mobilisierungsroutine dient als tägliche Zuwendung an Deinen Körper: sie ist kein Training, sondern Pflege. Ich nenne sie &#8222;Zähneputzen für die Gelenke&#8220;, denn Du bringst damit alle großen Gelenke in Bewegung. Die Routine ist für alle geeignet. Plane etwa 20 Minuten ein. Wenn Du heute keine Zeit hast: Jede Bewegung ist besser als keine. Schon [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Meine Mobilisierungsroutine dient als tägliche Zuwendung an Deinen Körper: sie ist kein Training, sondern Pflege. Ich nenne sie "Zähneputzen für die Gelenke", denn Du bringst damit alle großen Gelenke in Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Routine ist für alle geeignet. Plane etwa 20 Minuten ein. Wenn Du heute keine Zeit hast: Jede Bewegung ist besser als keine. Schon fünf Schulterkreise sind ein wunderbarer Anfang.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Mobilisierungsroutine: Zähneputzen für die Gelenke" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/WidtjPFhp0I?feature=oembed"  allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn irgendwo etwas zwickt oder schmerzt, nimm das Signal Deines Körpers wahr – pausiere, mach mit der nächsten Übung weiter oder beende die Routine für heute. Du entscheidest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich hatte ich die Routine als Aufwärmprogramm für meinen <a href="Onlinekurs: Ganzkörperkrafttraining für einen bewussteren Gang"><strong>Onlinekurs: Ganzkörperkrafttraining für einen bewussteren Gang</strong></a> entwickelt. Am Ende war sie zu ausführlich für den Kurs und gleichzeitig zu wertvoll, um sie nicht mit Dir zu teilen. Wenn sie Dir gefällt, schau Dir den Kurs gern mal an.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Du musst dein Ändern leben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 10:15:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Texte & Gedanken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im Vergleich zu dem, was ich bereits zurückgelegt hatte, war es nicht mehr weit bis Santiago de Compostela. Ich war in meinem Rhythmus und ging über eine Brücke und dort stand es an einer Wand. Ich bin erst daran vorbeigegangen, habe kurz innegehalten und bin zurück, um es nochmal zu lesen. Der Satz hat mich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Im Vergleich zu dem, was ich bereits zurückgelegt hatte, war es nicht mehr weit bis Santiago de Compostela. Ich war in meinem Rhythmus und ging über eine Brücke und dort stand es an einer Wand. Ich bin erst daran vorbeigegangen, habe kurz innegehalten und bin zurück, um es nochmal zu lesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Satz hat mich nicht mehr losgelassen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-05-19-DuMusstDeinAendernLeben-1024x576.jpg" alt="Du musst dein Ändern leben" class="wp-image-5984" style="aspect-ratio:1.7777938334933374;width:504px;height:auto" srcset="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-05-19-DuMusstDeinAendernLeben-1024x576.jpg 1024w, https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-05-19-DuMusstDeinAendernLeben-980x551.jpg 980w, https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-05-19-DuMusstDeinAendernLeben-480x270.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach folgte ein „Klick"-Moment. Ich habe ein wenig gebraucht, um das Gelesene rational zu verstehen. Es wirkt bis heute nach: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Veränderung selbst ist das, worum es geht. Der Prozess. Die Bewegung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Mein Weg hierher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Weg, der mich zu dieser Erkenntnis geführt hat, war nicht geradlinig. Ich bin 1985 im Saarland geboren, weiß, cis-männlich, in einer Arbeiter*innenfamilie aufgewachsen und heteronormativ sozialisiert. Das prägt, wie ich auf die Welt und damit auch auf Körper schaue: auf meinen eigenen und auf andere. Irgendwann fing ich an, Dinge zu hinterfragen, die ich lange für selbstverständlich gehalten habe. Damit einher ging die Erlaubnis, mein Leben nach meinen Bedürfnissen zu gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bewegung hat mir schon immer viel gegeben und doch war sie am Anfang stark mit Leistung verknüpft. Im Handballtor, beim Marathon-Laufen oder beim Mitteldistanz-Triathlon. Ich wollte gewinnen, schneller werden, muskulöser aussehen. Mein Körper war ein Projekt. Je mehr ich versucht habe, ihn zu optimieren, desto weiter habe ich mich von mir selbst entfernt. Gleichzeitig war der Sport eine der Konstanten, die mich geerdet haben, auch in sehr herausfordernden Phasen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich konnte kein Sport das kompensieren, was in meinem Alltag nicht passte: ein Job, der mich innerlich leer ließ, egal wie viel ich geleistet habe; ein Leben, das sich nicht nach meinem anfühlte, auch wenn ich alles hatte, was sich andere für mich gewünscht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eines Morgens lag ich im Bett und wollte nicht mehr aufstehen. Ich fühlte eine große Leere. Da wurde mir klar: Ich muss mein Ändern leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Aufbruch in ein anderes Leben</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Jakobsweg nach meiner Kündigung war kein Ausweg, er war ein Anfang. 3.150 Kilometer zu Fuß von Köln nach Santiago de Compostela brachten mir keine Antworten auf meine Fragen. Stattdessen haben sie etwas angestoßen, das bis heute nachwirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach habe ich ein Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln begonnen und vielfältige Perspektiven auf Bewegung kennengelernt. In dieser Zeit bin ich auch auf Bewegungskonzepte gestoßen, die bis heute meine Arbeit prägen, wie die von Moshé Feldenkrais und Ida Rolf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide haben mir gezeigt: Bewegung ist Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zum Studium absolvierte ich eine Psychotherapie und lernte, meine inneren Bewegungsblockaden und emotionalen Muster besser wahrzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den neun Jahren an der Sporthochschule habe ich mich sehr viel bewegt: innerlich und äußerlich. Ich habe Stück für Stück meine Freude an dem zurückgewonnen, was ich täglich mache.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Raum für Bewegung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Freude möchte ich auf domibility mit Dir teilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">domibility ist ein virtueller Raum für Menschen, die spüren möchten, was Bewegung jenseits von Leistung und Optimierung bedeuten kann, die wahrnehmen möchten, was gerade da ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich liefere keine Antworten, sondern lade Dich ein, etwas auszuprobieren, wahrzunehmen, innezuhalten. Du findest hier auch meine Jakobsweg-Erfahrungen als Archiv, als Brücke hin zum Heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">domibility ist kein abgeschlossenes Projekt, kein fertiger Ort. Es geht um Bewegung und deshalb ist hier alles in Bewegung, genau so, wie ich es bin. Ich lebe mein Ändern und das spiegelt sich in domibility wider.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Du kannst hier verweilen, ausprobieren, Dich inspirieren lassen und wiederkommen. Manches wird sich sofort erschließen, manches braucht Zeit. Beides ist in Ordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und falls Dich irgendwann die Lust überkommt, etwas zu bewegen: Ich begleite Dich gern dabei.</strong></p>
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		<title>Impuls 1: Drei Atemzüge Aufmerksamkeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 16:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Impulse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dein Atem begleitet Dich den ganzen Tag. Dabei atmest Du rund 20.000 Mal, ohne viel davon mitzubekommen. Dieser Impuls lädt Dich dazu ein, für einen Moment innezuhalten und Deinen Atem wahrzunehmen. &#160; Mein Impuls (zum Hören und als Text): Setze Dich bequem hin. Wenn es sich für Dich passend anfühlt, schließe die Augen. Nimm drei [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Dein Atem begleitet Dich den ganzen Tag. Dabei atmest Du rund 20.000 Mal, ohne viel davon mitzubekommen. Dieser Impuls lädt Dich dazu ein, für einen Moment innezuhalten und Deinen Atem wahrzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mein Impuls (zum Hören und als Text):</strong></p>



<figure class="wp-block-audio audio-schmal"><audio controls src="https://domibility.de/wp-content/uploads/2026/03/2026-04-01-Impuls1.mp3"></audio></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Setze Dich bequem hin. Wenn es sich für Dich passend anfühlt, schließe die Augen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nimm drei Atemzüge lang wahr, wie Du ein- und ausatmest, ohne Deinen Atem zu verändern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo nimmst Du Deinen Atem im Körper wahr?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nimm zum Schluss wahr, wie Du Dich jetzt fühlst. Hat sich etwas verändert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht spürst Du keine Veränderung. Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit. Vielleicht auch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Egal wie es ist: Es ist in Ordnung.</p>
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