Mit diesem Artikel mache ich einen thematischen Cut. Ich habe mich dazu entschlossen, ein neues Projekt rund um das Thema „Vegane Outdooraktivitäten“ zu starten, was Du ab morgen (Sonntag, 22.05.2016) unter www.wanderveg.de findest. Auf domibility.de kehre ich (etwas unregelmäßiger) dem Sportlichen den Rücken und schreibe über die Themen, die mich immer wieder beschäftigen und die ich einfach loswerden muss. Es geht um Veränderungen, Schule und Arbeit der Zukunft, Motivation, Liebe und ein gutes und zufriedenes Leben. Da mein Leben aktuell gerade nur so vor Veränderungen wimmelt, läute ich die neue Ära mit einem Artikel zu Veränderungen ein. 

Einige der Veränderungen in meinem Leben habe ich selbst aktiv angestoßen. Ich habe lange überlegt, gezögert und dann wieder überlegt. Ich habe mit Freunden und Familie darüber gesprochen und nicht immer nur guten Zuspruch erhalten. Aber dennoch habe ich mich letztendlich dafür entschieden, etwas zu ändern. Andere Veränderungen hingegen konnte ich nicht selbst beeinflussen. Sie kamen einfach so in mein Leben. Auch das ist ein Teil des Lebens: es gibt Veränderungen, die du nicht beeinflussen kannst. Eines haben jedoch alle Veränderungen gemeinsam: sie stellen uns vor neue Herausforderungen. Wir müssen für jede Veränderung gewohnte Abläufe über den Haufen schmeißen und das reicht oft schon aus, um uns ein ungutes Gefühl zu bescheren. Wenn Du nicht 100% hinter der Veränderung stehst oder sie sogar ablehnst, wird die Herausforderung noch größer – und doch gibt es Veränderungen, die Du einfach akzeptieren und leben musst. Es gibt Veränderungen die gehen uns ganz leicht von der Hand und wir nehmen sie nicht als Veränderung wahr, während wir andere Veränderungen zwar gerne umsetzen möchten es aber partout nicht schaffen.

Um Dir ein eindrucksvolles Beispiel darüber zu geben, wie schwer einfache Veränderungen sein können, schlage ich Dir folgendes Experiment vor: Putze eine Woche lang mit der (für Dich) falschen Hand Deine Zähne. Für mich ist das die rechte Hand (normalerweise putze ich mit der linken Hand). Die Übung ist eigentlich ganz simpel, einfach umzusetzen und es ist kein zusätzlicher Zeitaufwand, da Du ja sowieso Zähne putzt. Dennoch bin ich relativ sicher, dass diese Übung Dir nicht leicht fallen wird.

Beispiele wie dieses gibt es Unzählige, von kleinen, persönlichen Problemen betreffend bis hin zu den schwerwiegenden Problemen der Menschheit:

  1. Viele Menschen haben keinen Spaß bei der Arbeit, was sogar durch Studien belegt wird. Dennoch sind sie nicht bereit, etwas zu ändern, weil sie dafür ihre Komfortzone verlassen müssten. Diese Veränderungen, die evtl. auch Abstrichen in manchen Bereichen verbunden wären, nehmen viele nicht in Angriff.
  2. Deutsche Verbraucher sind führend darin, grenzenlose Qualität für den minimalen Preis zu erwarten. Dass darunter Produktionsbedingungen für Mensch, Tier und Natur in hohem Maße leiden, weiß zwar jeder – dennoch ändern viele ihr Konsumverhalten nicht.
  3. Sport und gesunde Ernährung tragen zu einem gesünderen Leben bei und sorgen dafür, dass das eigene Leben möglichst lange lebenswert bleibt. Auch wenn diese Fakten jedem bekannt sind, ändern nur die wenigsten ihr Verhältnis zum Thema Sport und Ernährung.

Du siehst – die Liste lässt sich auch thematisch sehr stark variieren. Wenn Du darüber nachdenkst, fallen Dir sicherlich auch unzählige Punkte zum Thema Veränderung ein. Veränderungen, die Du vielleicht im Laufe Deines bisherigen Lebens miterlebt und mitgestaltet hast aber auch Veränderungen, die Du nicht aktiv wolltest und gegen die Du Dich vielleicht sogar gewehrt hast. Die Veränderungen, die zwangsläufig stattfinden, gibt es auch – egal, ob Du sie gut findest oder nicht.

Veränderungen begegnen Dir in allen Lebensbereichen früher oder später. Du hast entweder die Möglichkeit, sie proaktiv mitzugestalten und durch Eigeninitiative und Kreativität davon zu profitieren oder einfach abzuwarten, bis die Veränderungen bei Dir ankommen – mit allen Vor- und Nachteilen, die sie mit sich bringen. Nicht für jede Veränderung lohnt es sich proaktiv etwas zu tun. Hier gilt es, genau abzuwägen, welche Veränderung schwerwiegende Einschnitte mit sich bringen und welche einfach an Dir vorbeilaufen wird. Jede Veränderung hat für Dich persönlich andere Auswirkungen – deswegen wirst Du auch bei jeder Veränderung anders reagieren. Das ist normal. Eine Vorbereitung auf die Veränderung kann Dir jedoch helfen, die positiven Aspekte zu nutzen und die vermeintlich negativen Auswirkungen in Chancen umzumünzen.

Um Veränderungen positiv gegenübertreten zu können, solltest Du Dir darüber bewusst sein, wie Veränderungen ablaufen und wie Du potentiell darauf reagieren kannst. Dieses Thema füllt ganze Bücherregale. Umso schöner, dass einige Punkte immer wieder genannt werden. Diese kannst Du aktiv für Dich nutzen. Beispielsweise werden immer wieder die gleichen Gründe angeführt, wieso Veränderungen scheitern. Die scheinbar unendliche lange Liste habe ich für Dich auf meine Favoriten reduziert – von diesen kann ich behaupten, sie schon selbst oder im Arbeitsalltag bei Kollegen angetroffen zu haben:

1. Gewohnheit

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewohnheiten sind etwas Gutes und nützen uns in vielen Situationen. In anderen jedoch hindern sie uns. Oftmals sind sie der Grund dafür, warum wir Veränderungen ablehnen. Sprichwörtlich gibt es unendliche viele Wege nach Rom. Dennoch nehme ich auf meinen alltäglichen „Reisen“, beispielsweise beim Laufen oder beim Einkaufen, immer die gleiche Strecke. Dabei ist es nach einer gewissen Zeit nicht mehr möglich, etwas Neues zu entdecken, aber es ist bequem. Und wie viele Wege nach Rom hast Du schon ausprobiert? Neue Wege eröffnen Dir neue Perspektiven.

2. Unsicherheit

Sicherheit geht mit Gewohnheit einher. Genauso wirst Du Dich sicherlich etwas unsicher fühlen, wenn Du etwas ungewohntes tun sollst. Du weißt nicht so richtig, was Dich erwartet und hast noch absolut keine Vorstellung davon, was passieren wird. Du weißt nur, dass es nicht so sein wird, wie das, was Du bisher erlebt hast. Evolutionsbedingt macht diese Reaktion durchaus Sinn, denn im Kampf ums Überleben sind unbekannte Gegebenheiten um ein vielfaches gefährlicher als das, was Du bereits kennst. Stelle Dir, wenn Du unsicher bist und Angst verspürst, die Frage, was das Schlimmste ist, was passieren kann. In wie vielen Fällen ist dir bereits das Schlimmste passiert?

3. Stolz

Unser Stolz hat oftmals entscheidenden Einfluss auf unsere Entscheidungen. Dabei solltest Du Dich nicht blind darauf verlassen, was Dein Ego Dir sagt. Obwohl schon ein Kinderlied besingt, dass derjenige dumm ist, der nicht fragt, fällt vielen das Stellen von Fragen nicht einfach. Wer etwas Neues wagt und deshalb viele Fragen stellt, outet sich als Neuling. Viele von uns möchten jedoch Experten sein und keine Neulinge. Andere wiederum sind so von sich und ihren Entscheidungen überzeugt, dass sie nicht einmal daran denken, ihr Verhalten zu hinterfragen und andere Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Egal wie: sobald Du Deinen Stolz auf der Prioritätenliste nach oben schiebst, wird es schwer, sich auf Neues und damit auf Veränderungen einzulassen. Niemand kann Experte in allen Bereichen sein – Fragen ist gut, wichtig und sehr sinnvoll, denn nur so kannst Du dazu lernen.

4. Motivation

Eine Grundvoraussetzung für Veränderung ist Motivation. In Unternehmen scheitern Veränderungen jeglicher Art sehr oft daran – dort muss nämlich nicht nur eine Person motiviert sein, sondern der Großteil der am Veränderungsprozess beteiligten Mitarbeiter. Die, die nicht dazu motiviert sind, werden dennoch dazu „gezwungen“, was ihren Widerstand noch größer werden lässt. Für Veränderungen, die Du Dir persönlich aussuchst, ist das anders. Für diese ist Deine Motivation anfänglich sehr hoch, Du hast sie schließlich selbst ausgewählt. Bei Veränderungen, die Dir von außen vorgegeben werden ist das nicht zwangsläufig der Fall. Doch auch diese Veränderungen halten positive Aspekte bereit – Du musst nur die für Dich positiven Apsekte herausfiltern. Beschäftige Dich mit der Veränderung und sei offen dafür. Mit einer offenen Grundeinstellung findest Du leichter die Chancen, die die Veränderung für Dich bereithält.

5. Resignation

Ein Wort sagt mehr als 1000 Worte. Jeder von uns kennt Personen die resigniert haben, Du sicherlich auch. Sie haben einmal für etwas eingestanden und gekämpft. Da sie jedoch immer und immer wieder Rückschläge erleiden mussten, haben sie sich irgendwann einfach gefügt und akzeptiert, dass sie nichts ändern können. Oftmals sind das Menschen, die das große Ganze ändern wollen. Das sollte unser aller Ziel sein, aber seien wir realistisch: weder Du noch ich verändern die Welt von heute auf morgen und auf einen Schlag. Wenn Du in Deinem Wirkungskreis anfängst, etwas zu ändern und damit anderen als Vorbild dienst, hast Du bereits eine große Veränderung erreicht.

6. Meinung anderer

Ich erlebe Deutschland sehr oft als das Land, in dem die Meinung anderer als enorm wichtig wahrgenommen wird. Was denkt jemand über mich? Was denkt er über mein Haus / mein Auto / meinen Garten / mein Leben / meine Familie usw. Die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Dabei ist das, was die anderen denken, eigentlich ziemlich nebensächlich. Du musst mit dem, was Du tust zufrieden sein. Du musst jeden morgen in den Spiegel schauen und sagen können: „Ich mache das, was ICH für richtig halte.“ Andere Menschen, wenn sie dir auch noch so nahe stehen, teilen in der Regel nicht mal 30% Deiner Gesamtzeit mit Dir. Wenn Du das nächste Mal etwas deshalb nicht anfängst, weil Du denkst, andere könnten das nicht gut finden, ruf Dir ins Gedächtnis, dass DU allein mit dem glücklich sein musst, was Du tust. Die Meinung anderer zu betrachten und zu hinterfragen, hilft Dir weiter. Dich von ihr abhängig zu machen nicht!

7. Scheitern

Das ist mein Lieblingspunkt. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, warum Scheitern in unserer Gesellschaft als etwas Negatives angesehen wird. Scheitern ist in Deutschland verpönt. Menschen schämen sich dafür, wenn sie scheitern. Sie trauen sich nicht mehr, etwas Neues zu beginnen, weil sie Angst haben, wieder zu scheitern. Mach‘ diesen Fehler nicht! Wenn Du etwas anfängst und es nicht so läuft, wie Du es Dir vorgestellt hast, egal aus welchem Grund, ist es nur konsequent, einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen. Die Erfahrungen, die Du gesammelt hast, kann Dir keiner nehmen und bei der nächsten Veränderung wirst Du nicht mehr über die gleichen Steine stolpern. Menschen, die nicht einmal versuchen, etwas zu ändern, können auch nicht scheitern. Du hingegen tust etwas. Sogar in der Wissenschaft wird Scheitern unter dem Namen „trial and error“ aktiv praktiziert, um mit Hilfe dessen, was nicht funktioniert, die Lösung für ein Probleme zu finden. Mach Dir das Trial and Error Prinzip zunutze und probiere so viel aus wie möglich. Jedes Scheitern ist auch ein Erfolg und nach der Zeit überwiegen die positiven Aspekte – das kann ich Dir versprechen.

Diese sieben Punkte sind für mich persönlich die größten Herausforderungen bei Veränderungen. Wenn Du darauf eingestellt bist, dass Dich bei Veränderungen auch immer wieder Herausforderungen erwarten und Du diesen positiv gegenübertrittst, kannst Du nur gewinnen! Ich weiß, dass es nicht einfach ist. Auch ich tappe immer und immer wieder in die gleichen Fallen. Sich dessen bewusst zu sein ist jedoch ein guter Anfang, um wirklich etwas zu verändern.

Welche Veränderungen hast Du in letzter Zeit erlebt? Wobei bist Du vielleicht „gescheitert“?

Wie Du vielleicht weißt, habe ich meinen Job an den Nagel gehangen, um wieder studieren zu gehen. Im Zuge dessen habe ich angefangen, mich mit ganz anderen Themen auseinanderzusetzen. Einer meiner Träume war es, mindestens ein Buch in meinem Leben zu schreiben. Gesagt, getan. Mittlerweile sind es sogar zwei Bücher.

Gemeinsam mit Christoph habe ich ein Buch zum portugiesischen Jakobsweg geschrieben.

Falls Du das Pilgern gerne mal ausprobieren möchtest, Du Dir dafür aber keine dreimonatige Auszeit nehmen möchtest wie ich, könnte der Caminho Portugues etwas für Dich sein. Er ist mit 250km ziemlich kurz und aufgrund seines flachen Streckenprofils auch für ungeübte Pilger problemlos in zwei Wochen begehbar.

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Für mein neues Baby WanderVeg.de habe ich ein eBook mit all meinem Wissen zu Wanderausrüstung zusammengestellt.

Im letzten Jahr habe ich mich im Zuge meiner Reise auf dem Jakobsweg intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und dabei gelernt, was im Pilger- und Wanderalltag wirklich zählt. Sharing is caring – deshalb will ich mein Wissen dazu mit Dir teilen.

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