In fünf Wochen ist es soweit, ich starte auf den Jakobsweg – und die Aufregung steigt und steigt und steigt. Dabei gibt es immer noch viel zu planen und vorzubereiten. Ein wichtiger Schritt ist jedoch getan: die Route ist fertig. Jeder Kilometer ist erst einmal geplant, jeder Höhenmeter abgeschätzt. Außerdem habe ich mittlerweile mit betterplace.org auch die passende Plattform für meine Spendenaktion gefunden, da ich dort, wider Erwarten, doch mehrere Projekte gleichzeitig unterstützen kann. Vier Projekte sind bereits fix eingeplant, ein fünftes habe ich gerade bei der entsprechenden Organisation angefragt. Die Packliste ist ebenfalls fast fertig. Ich muss nur noch alles einkaufen, was darauf zu finden ist. Und letztlich steht auch noch die Planung der Übernachtungen aus – hier kannst Du mir helfen! 

Gerade in Deutschland und auf den ersten Kilometern in Frankreich ist die Infrastruktur für Pilger bei weitem nicht so gut wie später in Spanien. Hierzulande und bei unseren direkten Nachbarn ist es schwer, Pilgerherbergen oder vergünstigte Unterkünfte zu finden. Und da für mich Pilgern nur bedingt etwas damit zu tun hat, in Hotels und teuren Pensionen zu übernachten, wäre es super, wenn Du mir helfen kannst.

Wenn Du Deinen Wohnort an meiner Route findest (den detaillierten Streckenverlauf kannst Du hier einsehen) und mich bei meinem Projekt unterstützen willst, bin ich Dir sehr dankbar, wenn Du mir einen günstigen Schlafplatz zur Verfügung stellst. Da ich einen Schlafsack und eine ISO-Matte dabei haben werde, kann ich rein theoretisch auch auf dem Boden schlafen – gegen eine Couch habe ich natürlich auch nichts einzuwenden :-).

Nun aber zu meiner Route. Mit Hilfe der Outdoor-Buchreihe des Conrad Stein Verlages habe ich meine Route geplant. Jeden einzelnen Tag. Dabei habe ich zunächst sehr wenig Spielraum für Pausen gelassen. Da ich jedoch zeitlich flexibel bin, kann ich die Route unterwegs anpassen, wenn ich merke, dass ich vielleicht etwas zu anspruchsvoll geplant habe. Als Läufer fühle ich mich jeodch fit für einen Durchschnitt von knapp 32 Kilometern pro Tag, auch wenn die Pilgerführer für unerfahrene Pilger eher 20 – 25 Kilometer vorschlagen.

Ich starte in Köln am 17.07. und begebe mich auf den linksrheinischen Jakobsweg. Dieser führt mich innerhalb von acht Tagen nach Bingen. Von dort geht es weiter über Worms nach Landau in der Pfalz. Dort lege ich eine Pause bei meinem Bruder ein und verbringe einen Tag mit ihm, seiner lieben Freundin und ihrem tollen Hund Emil. Bis dorthin habe ich die ersten 403,5 Kilometer hinter mir und hoffentlich die ersten 403,50€ an Spenden gesammelt.

Anschließend geht es weiter auf der Pfälzer Südroute durch den Pfälzer Wald Richtung Saarland – meine Heimat. Kurz danach verlasse ich Deutschland und der Pfälzer Jakobsweg führt mich schließlich bis ins französische Metz. Dort steige ich um auf den Jakobsweg, der seinen Ursprung in Trier hat und bis nach Le Puy-en-Velay in der Auvergne führt. Um in der Auvergne anzukommen, muss ich zunächst durch Lothringen, einen Teil der Champagne und Burgund. In Burgund werde ich die 1.000 Kilometer-Marke durchbrechen. Bis zum Ende dieses Teilstücks mit Ziel Le Puy habe ich fast die Hälfte hinter mir: 1.436 Kilometer. Außerdem werde ich zu diesem Zeitpunkt schon fast 25.000 Höhenmeter hinter mir haben.

domibility_jakobsweg-route

Meine Planungshilfen vom Conrad Stein Verlag

In Le Puy-en-Velay beginnt der Jakobsweg „Via Podiensis“, welcher mich bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port führen wird, wo die meisten Pilger ihre Reise starten. Bis ich dort ankomme, gilt es weitere 720 Kilometer und knapp 8.000 Höhenmeter hinter mir zu lassen und die Regionen „Midi-pyrénées“ und Akquitanien zu bestaunen. In Saint-Jean-Pied-de-Port angekommen werde ich nicht auf den bekanntesten Jakobsweg „Camino Francés“ wechseln, sondern einen kleinen Umweg von 75 Kilometern in Kauf nehmen, um ins baskische Irun zu gelangen. Dort startet der so genannte Küstenweg, auch „Camino de la Costa“ oder „Camino del Norte“ genannt, weil er an der Nordküste Spaniens entlangführt.

Von Irun aus trennen mich „nur“ noch ca. 850 Kilometer und 13.000 Höhenmeter von Santiago de Compostela in Galicien, dem vorläufigen Ziel meiner Reise. Bis dorthin muss ich jedoch zunächst die spanischen Provinzen Kantabrien und Asturien komplett durchqueren, um schließlich doch für die letzten Kilometer bis Santiago auf den „Camino Francés“ zu wechseln – es gibt keine andere Möglichkeit. Nach der aktuellen Planung ist es dann schon Ende Oktober und die Pilgersströme dürften schon abgerissen sein. Um die Reise schließlich zu komplettieren nehme ich noch die letzten 90 Kilometer und 1.000 Höhenmeter auf mich, damit ich das „Ende der Welt“ in Fisterra sehen kann. Das Kap wurde lange für ebendieses Ende gehalten.

Alles in allem kommen so (ohne Verlaufen und Wege zu den Übernachtungsstätten) 3.168 Kilometer und 48.620 Höhenmeter zusammen. Je mehr ich darüber berichte, desto größer wird die Vorfreude!

Da Bilder jedoch mehr sagen als meine 1.000 Worte habe ich das ganze natürlich auch für Dich visualisiert. Der Streckenverlauf sieht also folgendermaßen in der Übersicht aus (mit den orangenen Markern werde ich Dich unterwegs auf dem Laufenden halten, wo ich gerade bin):

Den detaillierten Streckenverlauf inkl. Kilometer- und Höhenmeterangaben habe ich für Dich bei Google Docs online gestellt. Für die Berechnung der Wanderzeiten habe ich Geschwindigkeiten von 3,5 km/h bei Strecken mit über 600 Höhenmetern und 4,5 km/h für Strecken mit weniger als 600 Höhenmetern angesetzt.

Die aktuell größte Herausforderung stellt für mich die Pflege des Blogs und des Newsletters dar – ich weiß noch nicht genau, wie ich Dir immer die neusten Infos zukommen lassen soll, wenn ich unterwegs bin. Um Gewicht zu sparen, will ich auf einen großen Teil meiner Technik-Ausrüstung verzichten. Wie würdest Du damit umgehen? Ich freue mich auf Dein Feedback!

Melde Dich jetzt für meinen Newsletter an!