Da ich den Laufkombi Kurs gebucht hatte, ging es am Sonntag (16.11.) weiter mit der Schulung. Nachdem am ersten Tag der „Basic Instructor“ Kurs mit Fokus auf Laufgruppen absolviert war, stand am Sonntag der „Lauf Instructor“ Kurs auf dem Plan, bei dem es vor allem um die Einzelbetreuung von Läufern mit allem Drum und Dran ging.
So starteten wir um 9 Uhr mit einem größeren Theorieblock in den Tag, in dem es vor allem um Anatomie und Physiologie des Menschen ging. Dabei spielten die verschiedenen Gewebeformen und die Muskeln die wichtigste Rolle. Für die Muskeln, insbesondere für die tieferliegenden, sind geeignete Stabiübungen sehr wichtig – deshalb haben wir uns auch mit diesem Bereich ausführlich auseinandergesetzt.

Nach einem weiteren Theorieblock über den Energiestoffwechsel bzw. die Stoffwechselabläufe im Körper während des Sports fand sich die Gruppe dann im Düsseldorfer Regen zum ersten und einzigen Praxisteil zusammen. Wetterbedingt wurden beide für den Tag geplanten Praxisphasen zusammengelegt, damit alle nur einmal nass werden. In diesem Praxisblock lag der Fokus darauf, Tempo zu spüren und zu merken, wie der Körper in den verschiedenen Belastungszonen mit der Belastung umgeht. Im Anschluss daran wurde ein 1:1 Coaching unter den Teilnehmern durchgeführt und die Fehler, die am Vortag in der Videoanalyse ausgemacht wurden, beim jeweiligen Gegenüber korrigiert. Danach wurde jeder Teilnehmer noch einmal gefilmt, um den „Vorher-Nachher“ Vergleich per Video vollziehen zu können. Die Analyse war am zweiten Tag interessanter als am ersten Tag, da die technischen Verbesserungen, die bereits durch kleine Änderungen vollzogen werden können, super interessant waren.

Im letzten Theorieblock des Tages kümmerten wir uns schließlich noch um die richtige Trainingsplanung für das Lauftraining. Auch hier gab uns Dr. Harald Eglauer sehr viele gute und interessante Tipps, die sofort auf den eigenen Trainingsplan (falls vorhanden) angewendet werden konnten, um somit den Plan zu optimieren. Um das Ganze nicht nur in der Theorie durchzuspielen, erstellten wir dann in zwei Gruppen für jeweils eine Trainingswoche einen Plan. Auch bei dieser Übung wurden immer wieder Erfahrungen zwischen den Teilnehmern ausgetauscht. Allein für diesen Austausch hat sich der Kurs schon gelohnt.

Ansonsten habe ich noch viele interessante Dinge erfahren:

  1. Mein Laufstil ist schon relativ gut, was ich so nicht vermutet hätte
  2. Das Aufwärmen dient nicht nur der Erhöhung der Körpertemperatur sondern auch der verbesserten Durchblutung der Gelenke. Deshalb wärmt euch bitte vor jeder Einheit ausreichend auf (habe ich bisher eher selten gemacht)
  3. Kräftigungsübungen sollten zunächst die lokale (tieferliegende) Muskulatur ansprechen und erst im zweiten Schritt die offensichtlich zu sehende Muskulatur („vom Speziellen zum Allgemeinen“)
  4. Technikfehler und Schmerzen beim Laufen entstehen oft durch muskuläre Dysbalancen. Medikamente sind bei Schmerzen also nicht zwangsläufig die richtige Lösung
  5. Laufen in der Gruppe und Menschen dabei anleiten macht richtig viel Spaß!

Mein Bruder wird mein erstes „Versuchsobjekt“ sein – mit ihm will ich eine Videoanalyse machen und ihm anschließend einen Trainingsplan erstellen. Ich werde natürlich darüber berichten!

Wie trainiert ihr aktuell? Allein oder in der Gruppe? Ich freue mich auf euer Feedback!